| Die 24-Stunden-Stadt 1984 von Barry Graves Waldemar Overcaemping
| Ein Rund-um-die-Uhr-Portrait Berlins aus der Underground- und Ausgeflippt-Perspektive. Dokumentarschnappschüsse im Vorüberdrehen, inszenierte Absurditäten, Momentaufnahmen einer ungewöhnlichen Metropole. Bilder von Verfall, Tristesse und Langeweile. Bilder, die für viele andere Großstädte auch typisch sein mögen, und sich dennoch zuweilen verzerren zu Szenen der Morbidität und des konstruktiven Wahnsinns, die für die Mauer-Kapitale im Abseits typisch sind. "In Berlin (West) ist immer Betrieb" suggeriert der Film. Niemand scheint einer planerischen, zukunftsweisenden Arbeit nachzugehen, aber jeder scheint Lust am Verkleiden, Sich-Verstellen zu haben. Müßiggang und Masken, über den Durst ausrasten, seine geheimen Neigungen ausleben, sich im Niemandsland jenseits der Normen bewegen- das scheint Hobby Nummer eins in Rest-Berlin zu sein. Der "abgetakelten Diva des Großdeutschen Reiches" bleiben nur Erinnerungen an eine zweifelhafte vergangene Glorie ; die offizielle Gegenwart ist unerheblich, die Zukunft viel zu ungewiss. Berlin flüchtet sich in Kultur und Show-Business, oftmals von der ungeniert ordinären Art: mehr ordinärer Flitter als hochkarätiger Glamour. Der Tag rauscht vorbei - eigentlich ist wieder mal nichts passiert - und dennoch ist alles geschehen: Jeder war für einen Moment Star auf der Wanderbühne des Vagabundenlebens in dieser unmöglichen Stadt, wo alles möglich ist.
Schnitt » Karin Nowara Musik » Taco, Hildegard Knef, Marylin Monroe, Passenger Kamera » Hartmut Lange Produzent » Regina Ziegler Schauspieler » Ton » Christian Moldt |