Mein Studio 89 private Erinnerungen an die Sendung, den Rias und Barry Graves Weitere Themen dieser Seite: Studio 89 Jahre waren auch meine Jahre |
Funkalarm im RIAS Es war 1977 und ich habe einen Job gesucht, da ich mein BWL-Studium 1976 angefangen wollte und dringend Geld brauchte. Zum Glück hatte ich ja vorher etwas vernünftiges gelernt und konnte als Kaufmann bei einem Rundfunk-Fernseh-Geschäft (ja, so etwas gab's damals noch) arbeiten. Dieses Geschäft Ich hatte in diesem Geschäft einen Kollegen (Andreas K.) den ich eigentlich bis heute glatt vergesse hatte. Aber auf meinem Negativbogen hatte ich damals einige wenige Notizen gemacht, die meine Erinnerungen nun wieder aufleben lassen. Eines Tages kam ein Mann in unseren sogenannten Funkshop und fragte nach Funkgeräten, tragbar oder so sollte es sein. Er fragte, wie viel Watt die denn so haben, wie weit man damit Funken könne, Bla Bla. Und wenn ich mich recht erinnere, war das Walter Bachauer (Bild rechts). Damals ein uriger Typ, den ich nicht mal gleich erkannte. Ich erinnere mich wage, dass der Andreas K. mich damals auf seinen "berühmten" Namen/Position aufmerksam machte. Ich war damals in echter Ehrfurcht und Respektvoll. Anwesend waren damals Walter Bachauer, Barry Graves und Olaf Leitner. Leider hatte ich damals nicht so viel Geld und habe mit einer Yashica 6x6 auf einem ORWO-Film in SW fotografieren müssen. Selbst entwickelt und dann festgestellt, dass einige Bilder unterbelichtet sind, oder der Blitz versagt hat. Ach ja, da fällt mir noch ein, Walter Bachauer hat mich damals noch vor das Mikrofon gebeten, und mich zum Thema Ich hab mir fast in die Hosen gemacht und war damals nicht so abgebrüht und eloquent, sondern habe hochroten Ohren, die Fragen, (die wir natürlich vorher kurz besprochen hatten) wahrheitsgemäß, mit einem Kloss im Hals, beantwortet. Ich denke mal ich war der erste und einzige Funker der damals in einer Jugendsendung wie "Rock over Rias" interviewt wurde. Leider habe ich den Mitschnitt auf einer Kassette verbummelt. Ein Funkkollege hat sie mir damals vom Radio aufgenommen und geschenkt. Tja, leider weg ist weg, aber die Erinnerung an diese Wahnsinnsnacht bleibt. Anmerkung: Walter Bachauer starb 1989, Barry Graves starb 1994, Olaf Leitner ist heute noch im Deutschland Radio Kultur beschäftigt. © 2011 Fotos und Text: Thomas B. Kunz - www.tbk.de TBK® Berlin Barry Graves und das Metropol Die Webseite über das Metropol *Mike Gessner starb ca 1993 in den Staaten. (Mailkontakt mit dem Bruder Andreas). Autor dem Webmaster bekannt 2009 Studio 89 Jahre waren auch meine Jahre Es ist ein bisschen mit Wehmut zu betrachten...die gute alte Zeit. Ich selbst habe damals viel Radio gehört und auch mitgeschnitten. Eines Abends, spät hörte ich die Ansage von Barry Graves...Studio 89 anderthalb Stunden Disco und zwischendurch um 0:30 die Nachrichten...und dann ging es los. Ich war begeistert, dass war es, worauf ich abfahre. Endlich "meine" Musik...Begeisterung kennt keine Grenzen. Dann verpaßte ich keine Sendung mehr, nahm sie auf, umständlich mit einen elektrisch umgebauten Wecker, es funktionierte. Leider habe ich nur noch wenige Originalaufnahmen auf Kassette zur Verfügung. Barry Graves hatte etwas ganz besonderes an sich, was mir gefallen bereitete, es war die Musik von der erzählte, die er spielte, dass ganz Besondere was er damit zum Ausdruck brachte, versuchte ich in den Discotheken selbst zum Ausdruck zu bringen, kurz um, ich habe Disco erlebt. Geboren bin ich 1962 und die Jahre von studio 89, waren auch meine Jahre. © Text: von Burkhard, Dezember 2009 |
Irgendwann, die Beatles waren noch in der Hitparade, Soldatensender, Radio Luxemburg, und andere Sender hatte ich hinter mir gelassen, entdeckte ich den RIAS. Das war nicht leicht, der Empfang war lausig, die Mutter in der Partei, ja nicht mal die Hausgemeinschaft durfte das mitbekommen. Es hatte nicht lange gedauert, dann wurde ich süchtig! Die Sendungen, die ich hörte wurden immer mehr, die Nacht wurde immer länger. Mein erster Begleiter war mein Kassettenrekorder KT 100. Ich zog mit Kumpels um die Häuser und wir spielten Karten, mein Rekorder war immer dabei. Als ich dann in meine erste eigene Wohnung umzog, waren alle Hemmungen dahin. Bis früh 5 oder 6 Uhr hörte ich den RIAS. Die langen Nächte, Rock over RIAS, Discodrom, Studio 89 die vielen Sondersendungen, alles hatte ich mir reingezogen. Einen Haken hatte das allerdings, der Zeitfaktor denn nebenher agierte ich für fast 10 Jahre als DJ in der Stadt und Umgebung. Das hatte den Vorteil, das ich mit dem Ausweis des "Schallplattenunterhalters" bevorzugt an die begehrten Lizenzplatten herankam. Auf der anderen Seite hatte ich für Studio 89 oft keine Zeit mehr. Denn die Samstagsdisko ging ja auch immer bis fast 24:00 Uhr. Dann noch abrechnen und verpacken, nach Hause fahren und auspacken. Da konnte es schon mal 1 Uhr oder später werden. Und bekanntlich endete Studio 89 bereits 1:30 Uhr. Was also machen? Ich kaufte mir eine Zeitschaltuhr. Nun gab es keine digitalen, wie sie heute in vielen Haushalten zum Einsatz kommen. Nein, es war eine mechanische Zeitschaltuhr. Drin war so was wie ein Motor, der fing an zu rasseln wenn man das Ding in die Steckdose steckte. Daran kam dann das auf Aufnahme gestellte Spulentonbandgerät. Das Radio hatte ich angelassen. Ich sag euch, eine traumatische Erfahrung. Entweder schaltete die Uhr zur falschen Zeit ein und aus (so genau konnte man das nicht festlegen und so genau ging das Ding auch nicht), dann war das Band alle ohne das was aufgenommen wurde oder der Empfang war miserabel bis gar nicht vorhanden. Oh Man, wie viele Bänder hatte ich mit Rauschen aufgenommen. Als ob das nicht genug wäre, ein ganz klein wenig kam mitunter der Empfang wieder und man konnte lechzend die Super Disconet Remixe erahnen, die nun nicht auf dem Band waren. Was habe ich damals getobt, obwohl es dadurch auch nicht besser wurde. Es gab ja immerhin noch weitere Möglichkeit, die Sendung wurde verschoben oder abgesetzt oder begann später oder... Das waren schon schwere Zeiten, als ich, wenn ich schon mal zu Hause war, mit der Antenne im Schlafzimmer herumgerannt bin um sie in die richtige Position zu bringen. Und pünktlich 23:30 Uhr, da konnte man darauf wetten, schwand langsam aber sicher der Empfang. So das ich gerade noch den Anfang erahnen konnte. Dabei war meine Antenne nicht gerade klein, ich glaube sie füllte ein Viertel meines Schlafzimmers aus (eigentlich hatte ich mit dem Zimmer andere Pläne). Nur, ich hatte sie eben nicht auf dem Dach, weil ich Höhenangst habe. Später dann habe ich mir die Antennenanlage bauen lassen, doch da war es für Studio 89 zu spät. Und so kommt es auch, das selbst ich, der Initiator dieser Seiten nicht die große Masse an Material aus dieser Zeit habe. Einiges hatte ich auch wieder gelöscht, weil es meinem damalige Musikgeschmack nicht entsprach. Bänder und Kassetten waren ja auch teuer. Anderes war durch die vielen Störungen im Empfang nicht zu gebrauchen und der Rest ist in den Titeln 3-6 als Monomitschnitt verewigt. Als die Sendung zu Ende war, verlor ich auch Barry Graves aus den Augen. Ich war schon damals und bin wohl zeitlebens ein großer Verehrer von ihm. Er, das weiß ich heute, zog zum SFB - ein Sender den man im Süden der DDR nicht hereinbekam. Den RIAS bekamen wir hier ja nur über den Sender Hof. Von Berlin, keine Chance. So ergab es sich, das ich die ganze Angelegenheit ein wenig vergas. Auch nach der Wende, ich hatte mir zwar endlich das Rocklexikon zulegen können und reiste auch zum Originalstandort des Headquaters of the World Discotheque Movement, dem Studio 54 nach New York. Aber der Kreislauf schließt sich erst später, als ich mir Internet zulegte. Meine ersten zaghaften Versuche über Suchmaschinen die Begriffe Studio 89 (kein Treffer) oder Barry Graves (nur seine Bücher wurden gefunden) zu ermitteln fehlschlugen. Kurz darauf jedoch las ich von einem Typen, der ebenfalls danach sucht und das Ergebnis sind diese Seiten. Das war 2001, der Typ hat sich inzwischen weitgehend zurück gezogen. Geblieben sind diese Internetseiten und eine rückblickend sehr prägende Zeit mit dem RIAS und seinen vielfältigen Sendungen die mich sicherlich bis an mein Ende nicht mehr loslassen werden. So war sie halt, meine Jugend. Februar 2007 Meine Zeit mit dem Rias Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich kann an dieser Stelle keine Jahreszahlen nennen. Es soll auch keine Chronologie werden, sondern eine Aufzeichnung basierend auf Erinnerungen an die Zeit mit dem Rias. Soweit ich mich erinnere, fing ich intensiver an Radio zu hören- da waren die Beatles noch in den Top Ten. Damals, als Suchender, wechselte ich die Sender häufig. Kann mich an Radio Luxemburg erinnern, an den Soldatensender, an den Rias, ja später hörte ich sogar mal einen Piratensender und ab und an DDR Rundfunk. Ich saß vor dem Radio und lauschte gebannt den Klängen der weiten Welt. Einen Superempfang hatte ich nicht, Westantennen waren für unser Haus verboten! Doch das was ich unter miserablen Bedingungen zu hören bekam, faszinierte und prägte mich zugleich für mein weiteres Leben. Radio Luxemburg blieb dann für meinen Hörgeschmack auf der Strecke, der Soldatensender wurde eingestellt, was blieb war der Rias. Ich hörte Nachmittags und ich hörte Abends. Aber am aufregendsten war es für mich in der Nacht. Nicht lange und ich bekam ein/den ersten Kassettenrekorder der DDR (KT100). Fortan war dieser Rekorder mein Begleiter. Ich zog mit Kumpels um die Häuser oder wir spielten Skat- der Rekorder war immer dabei. Nach und nach erweiterte sich meine Kassettensammlung mit Musik vom Rias Berlin. Immer beim Aufnehmen schön drauf bedacht, keine „Ansagen“ mitzuschneiden. Gerade dieses habe ich spätestens heute sehr bitter bereut. Denn die Moderationen waren doch das Salz in der Suppe. Höhepunkt des Jahres war für mich immer „Rock over Rias“. Da konnte ich so viel aufnehmen wie das ganze Jahr über nicht. Auch hier trifft auf die Moderationen zu, was ich bereits schrieb. Nach und nach reifte in mir der Gedanke, selbst Musik zu machen. Da ich aber weder Noten lesen noch ein Instrument spielen konnte, bin ich eben DJ oder wie man in der DDR sagte „Schallplattenunterhalter“ geworden. Das hatte den nützlichen Nebeneffekt, das man an die begehrten Lizenzplatten leichter rankam. Nun wurde mein Bedarf an Musik fast unstillbar. Ich brauchte ständig Neues um in den Diskotheken mithalten zu können. Das meiste Material lieferte mir wieder mal der Rias und als ich dann auch noch „Studio 89“ entdeckte, war mein Leben fast perfekt. Das war es, was ich wollte, diese Endlosmixe- gewürzt mit Jingles und nur ab und an unterbrochen von Barry Graves sympathischer Stimme. Barry setzte noch einen drauf, in dem er später öfter Mixe aus New York, die er zuvor selbst mitschnitt, spielte. Aus dieser Zeit habe ich sicher auch mein Interesse an New York entwickelt und als ich später mal da war, war es wirklich so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Stunde um Stunde hing ich am Radio um dem Sound zu lauschen, den der Rias da hervorbrachte. OK, dabei habe ich mitunter die Schule ein wenig vernachlässigt, aber das war es mir wert. „Rock over Rias“ und „Studio 89“ wurden meine Lieblingssendungen. Gut, ich habe auch ab und an Musik nach der Schule oder Lord Knud gehört, aber seine eher schleimige Moderation gefiel mir nicht besonders. Dem Rock bin ich treu geblieben. Ebenso anderen Musikrichtungen wie dem Reggae, Soul, Funk usw. Zu verdanken habe ich diese Vielseitigkeit einzig und allein dem Rias. Denn, der Rias war die Vielfältigkeit in Person.
RESUMEÉ Gerade zu Beginn der Weihnachtszeit, ich bin Weiß Gott nicht melancholisch, fehlt er mir, der Rias. Die langen Nächte mit „Rock over Rias“, die Zeiten mit Vita Kola, Schlager Süßtafel oder Rondo Kaffee. Und ich weiß, die gibt es nie wieder, denn die Jugendzeit ist vorbei, die Riaszeit ist vorbei und es sind, wie man so schön sagt „Andere Zeiten“. Geblieben sind fetzige Erinnerungen und die alten Aufnahmen, von denen ich mir zur Weihnachtszeit einige reinziehen werde. Nicht um dem Rias zu gedenken sondern um mich einfach besser zu fühlen. © November 2002 für rias-berlin.com geschrieben Foto: privat Hier kann dein Beitrag stehen. Was hast du wie erlebt? Schreib mir! Klaus U. Webmaster
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