PRESSE

Was Barry Graves in der Presse schrieb...

1. "Disco - Noch nicht totgetanzt" geschrieben 1977 von Barry Graves

2. Doors- Filmkritik von Barry Graves 1991

"Das Angebot für Disco- Fans ist groß, doch die besten Platten bekommt man gar nicht zu hören.Als George McCrae 1974 mit "Rock your Baby" einen Welterfolg hatte, wurde seine Musik- Masche nach dem Produktionsort der Platte als "Miami- Sound" angepriesen. Mehr  (Herkunft unbekannt)

Ein Film über Jim Morrison und seine Band. Es ist ein 121 minütiger Horrortrip über schlechte Drogen, vermurkste Partys, verkorksten Sex, und die vertrackte politische Weltlage, die einem keinen anderen Ausweg als den Absturz läßt. Stone zelebriert Morrison als die Reinkarnation des Lustgottes Dyonysos, der sich als selbstzerstörerischer Genius für seine Fans verschleißt.  Barry Graves im tip, 10/91 Kinostart: 2.5.1991

3. "Der neue Kult- Disco- Fieber" (1978)Beschreibung der Disco-Szene

4. "Ätherbegegnungen der unheimlich seichten Art" (1986) Dudelfunk

Neue Tanzpaläste mit Multi- Media- Effekten, wie das „Hendersen“ in München, hypermoderne Diskotheken- Projekte, wie das „Studio 54“ in Hamburg und das „Dorian Gray“ in Frankfurt, Discomusik (mit den Bee Gees oder Donna Summer) auf den deutschen Hitlisten und ein Riesenzulauf für die Travolta- Filme „Nur Samstag Nacht“ und „Schmiere“ – das alles signalisiert: Ein in den USA grassierender neuer Tanz- und Glitzermodekult hat Deutschland erreicht ... Mehr

Die öffentlichen Rundfunkanstalten passen ihre Programmstruktur der Konkurrenz mit den Privatsendern an. Die seichten Wellen sind im Kommen: "rias2" gilt als ein Beispiel. Barry Graves, lange Moderator und Discjockey beim "RIAS-Treffpunkt", plaudert aus dem Nähkästchen... "Zehnuhrdreiundvierzig thegreatestloveofall diesmalvonannehaigis undhierkommendiefourhundredblows letthemusicplay", hechelt sich die Moderatorin ab... Mehr

5. Brief zur Radiolandschaft"/RIAS in Deutschland (2002) Anspruch im Radio

6. Offener Brief Barry Graves [Radio 4U] (13.04.1992) an den ORB / SFB

vor der nächsten Bundestagswahl ist der passende Zeitpunkt, zu erfahren, ob Ihre Partei beabsichtigt, nach der Wahl das desastreuse Hörfunksystem in diesem Land wieder auf einen akzeptablen Stand zu bringen. Mehr

"Es sind nicht einmal mehr zwei Monate bis zum projektorientierten Beginn des gemeinsamen Jugendprogramms von SFB und ORB; trotzdem ist nicht einmal in Ansätzen eine gemeinsame Arbeitsbasis erkennbar. Erst einmal ist es völlig indiskutabel... Mehr

7. Die besten LP's, vorgestellt von Barry Graves im "tip"

8. Pressestimmen

1983 The Police - Synchronicity
1984 Laurie Anderson - United States
1985 Tom Waits - Rain Dogs 
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"Er hat den Rundfunk nachdrücklich verändert, hat ihn mit originellen Präsentationsmodellen angereichert... Mehr

9. World Music

10. Disco Special '81

Mit "Magier der Erde" stellte das Centre Pompidou im Sommer die Mischformen vor, die sich weltweit aus lokalen Traditionen und westlichen Kultureinflüssen entwickelt... Mehr

Es war von vornherein klar, daß Disco niemals "tot" sein könnte. Dazu war dieses schillernde Klang- und Rhythmusgebilde zu sehr in Soul, Rock, Elektronik und Avantgarde-Sounds verzahnt, als daß... Mehr

11. Lou Reed in der Eissporthalle

12. John Lennon (Sendemanuskript)

Die eiserne Liebe einiger Fans zeigt Rostflecken: "Im Vergleich zum letztenmal ist die Luft raus; kein Wunder, so stoned wie der ist". Mehr

"Ich weiß, daß diese Stadt bestialisch ist", gab er gegenüber einem Reporter einmal zu. "Aber ich muß einfach in New York leben. Hier werde ich kreativ herausgefordert." JOHN LENNON. Mehr

13. Elvis-Rebell wider Willen (1985)

14. Jimi Hendrix

Ein Artikel im Berliner "tip" von 1985 über Elvis Presley. Barry erzählt in seiner ureigenen Sprache. Mehr

An Hand von drei Artikeln aus verschiedenen Zeitepochen, wird das Leben von Jimi Hendrix nachgezeichnet. Mehr

15. Das Archiv der Zeit

16. Das Spiegel Archiv

Die verschiedensten Themen behandelt Barry Graves in der "Zeit"

Die Themen im einzelnen:

Nina Hagen - So erfreulich unberechenbar

Michael Jackson - Flammen aus den Fingern

Provinz zum Todtraurigsein

Peter Pan im Garten der Lüste

So etwas wie eine Pionierin

Tanzdiele auf dem Vulkan

New York: Kampf gegen das Mittelmaß

Berlin: für rechtslebende Linksdenker 

Stevie Wonder auf Tournee 1984

Talking Heads Konzert als Film 1984 Mehr

17. Filmportal "Taxi nach Kairo" 1987

Ein Enfant terrible ist Frank Ripploh schon lange nicht mehr. Seit "Taxi zum Klo" will ihm nichts so recht gelingen. Auch "Taxi nach Kairo" hat mit seiner schwulen Debütkomödie nur noch Ähnlichkeit im Titel. Mehr

18. Village People

Barry Graves (SFB) schrieb über die Village People: Der millionenfache weltweite Plattenerfolg der Retortenband machte sie zu Disco-Darlings...

 

Es ist soweit, das Spiegel Archiv ist eröffnet. Damit ist auch der Zugriff auf Artikel, die Barry Graves für diese Zeitung schrieb, möglich(alles pdf-Dateien). Revolutionäre Tunte - Filmkritik zu "Der Kuß der Spinnenfrau". Spielfilm von Hector Babenco. Mehr


Elvis - Talfahrt im Cadillac. Dieser wabblig aufgedunsene Typ im Glitzeranzug und mit dem lächerlichen Superman-Umhang, der seinen Bewegungsdrang auf der Bühne zügeln mußte, damit ihm nicht die Hose platzte Mehr


Madonna wird eine "singende Nymphe" genannt, und der verblichene Soulsänger Marvin Gaye geriet "unter Kokainkonsum zunehmend in Paranoia". Mit derlei Banalitäten unterhält "Das neue Rock-Lexikon" Mehr


Kann eine Frau schwanger werden, wenn sie im Stehen Geschlechtsverkehr hat? Raubt die Beschneidung dem Mann die Sinnlichkeit? Soll sich ein Ehepaar im Bett gemeinsam Pornofilme anschauen? "Die Hohepriesterin des Intimverkehrs" Mehr


...der "Urban Cowboy", der Rancher mit dem U-Bahn-Ticket, der Nachtklub-Desperado. Dessen "Studio 54" heißt "Gilley''s" und ist eine Saloon-Imitation für 2500 Leute in Pasadena... Mehr


Noch immer jedoch werden per Order lebende Elefanten und prähistorische Dinosaurier frei Haus geliefert, noch immer fordern die 240 Departments zur Qual der Wahl zwischen 150 Piano-Modellen, 100 Whisk(e)y-Marken und 700 Porzellan-Mustern heraus..."Die Konsumtempel der Glückseligkeit" Mehr


Der Mann mit dem leergelebten Gesicht und der vermanschten Büro &-Bier-Figur hatte vorher in einer Nische gelegen und sich mit Highmachern vollstopfen lassen. "Letzte Chance einer Liebe auf Erden" Mehr


Eine Woche lang kamen Rockfans in Berlin und der DDR erst gegen Morgen in den Schlaf. Der Sender Rias strahlte 400 Hits der Pop-Geschichte aus. "Heiße Nächte" Mehr

 

 

 

 

Pressestimmen (Info)

Was in der Presse über Barry Graves geschrieben wurde

Olaf Leitner  (Rias)

"Er hat den Rundfunk nachdrücklich verändert, hat ihn mit originellen Präsentationsmodellen angereichert und das Radiopublikum auf sensibleres Zuhören eingeschworen. Die Stadt hat einen weltgewandten, wunderbar exaltierten Kultur- Journalisten weniger. Weiß sie, wen sie da verloren hat?"        

Zitat "Tip" 20/1994

Sigfried- Schmidt- Joos (Rias)

schließt die Einführung des Rocklexikons mit den Worten: "The Beat goes on" Rocklexikon 1990

Armin Amler (Rias) 

Barry war ja sehr, sehr aktiv, hat auch mit anderen Kollegen im Hause zusammengearbeitet, da war, das werd' ich nie vergessen, Walter Bachauer ist der Name, der mir zuerst einfällt, Siegfried Schmidt-Joos, mit dem das Rock-Lexikon entstand, Detlev E. Otto, vom Treffpunkt, und dann Olaf Leitner, aber auch alle anderen, die sich mit Musik beschäftigten, hatten Kontakte, Nero Brandenburg, Gregor Rottschalk, ich bin sicher, ich habe viele, viele wichtige Namen ausgelassen"

"Barry Graves war ja nicht einfach Musikfan und Redakteur, der auch im Berliner Tip über türkische Breakdancer schrieb und "alle möglichen Strömungen in der Populärkultur", über Donald Duck, Steven Spielberg und den Cotton Club in New York. Er war auch Soziologe und hat über die "Underground- und Ausflipp-Perspektive" der Stadt Berlin geschrieben.         Zitat Interview Mai 2001

Barry GravesBarry Graves Barry Graves

Der Spiegel 38/1994 schrieb am 19.09.1994:Spiegel 19.09.1994Barry Graves, 52. Mit 22 Jahren ging der gebürtige New Yorker nach Berlin, wo er Soziologie und Publizistik studierte, und in seiner deutschen Wahlheimat machte er aus seinem Hobby, der Popmusik, einen Beruf. Graves arbeitete als Radiojournalist, veröffentlichte Aufsätze, Rezensionen und 1973 ein bahnbrechendes Standardwerk, gemeinsam mit dem damaligen SPIEGEL-Redakteur Siegfried Schmidt-Joos: das "Rock-Lexikon". Für Fans und Branchenkenner gleichermaßen war das informative, in origineller Diktion verfaßte Buch jahrelang eine unentbehrliche Orientierungshilfe. Barry Graves, der sich in letzter Zeit gegen Rassenhaß und die Banalisierung des Rundfunks engagiert hatte, ist am vorvergangenen Donnerstag in Berlin an den Folgen von Aids gestorben.

Beitrag vom 01.05.1990 im Tagesspiegel:   Tagesspiegel 01.05.1990

Die Lexikon- Affäre

 

Der Journalist und Rundfunkmoderator Barry Graves hat gemeinsam mit einem Kollegen ein Rocklexikon geschrieben. Dieses Buch ist in letzter Zeit häufig besprochen worden, auch im Tagesspiegel. Meistens wurde es dabei verrissen. Ob die Kritiker recht haben, weiß ich nicht, denn das Lexikon des Herrn Graves ist mir unbekannt. Aber ich habe im SFB Teile einer einstündigen Radiosendung gehört, in der Barry Graves, gelegentlich von Musik unterbrochen, sein Buch verteidigte und seine Kritiker attackierte. Sie, die Kritiker, sollten "den Griffel abgeben", gewisse Popgruppen, die von Kritikern in seinem Lexikon vermisst wurden, seien "ein Scheißdreck", der Schreiber einer bestimmten Musikzeitschrift habe sich nur für seine, "Graves", Anprangerung des Rassismus dieser Zeitschrift rächen wollen.

Es sei nicht verschwiegen, dass Barry Graves die Redaktionsleitung des Tagesspiegel zur Maßregelung seines hiesigen Kritikers aufforderte, andere Leute, denen sein Buch nicht gefällt, den Ku-Klux-Klan oder den "Republikanern" zuordnet und aus seinem Telefongespräch zitiert, in dem der Rezensent des "Spiegels" sich beim Autor kundig machen wollte und durchblicken ließ, dass auch er nicht jede zeitgenössische Popgruppe kennt. "Und so ein Typ sitzt beim Spiegel", stellte der Moderator Graves fest, "traurig, traurig!"

Es war eine ungewöhnlich anrührende Radiosendung. Offenkundig gehorchte hier ein zutiefst verletzter Mensch einem animalischen Impuls, nämlich zurückzuschlagen, und dabei gerät der auf seinem Spezialgebiet möglicherweise kundige Journalist Barry Graves immer weiter hinein ins Sumpfgebiet der Peinlichkeit. Eine fürsorgliche Redaktion hätte das ihm und dem Publikum ersparen müssen. Das der SFB einem Mitarbeiter öffentlich- rechtliche Sendezeit zur Verfügung stellt, um darin seine höchst privaten merkantilen Interessen zu verfolgen, bereichert die traurige Angelegenheit um ein weiteres peinliches Detail. Wie man damit fertig wird, wenn man auf der Bühne steht und die Leute pfeifen: gerade die Rockkritiker sollten es doch eigentlich wissen.

Zeitungszitat- Herkunft und Datum unbekannt

"Barry Graves wurde beim RIAS gekündigt, weil er sich im Rahmen des Kabelsenders "B 1" engagiert. Generalintendant ist dort übrigens Wolfgang Neuss (!). Damit besteht für die Freunde von "Studio 89" endlich wieder die Chance, ihre Sendung im alten Glanz wiederzuerleben. Mit von der B 1- Partie sind auch Lord Knud, Holly Jane Rahlens, Ilja Richter und H.- J.- Bernhard. Diese Welle verspricht einen hohen Seegang."

 

September 12, 1994 / taz, die tageszeitung

"... der Tod ist dein Disco-Flirt, dein Sparringspartner beim Bodybuilding, deine Ballerina beim Pas de deux. Einfach so, mitten in der Vitalität, Kreativität und Lebenslust - schnell, gemein und qualvoll. Es ist schon ganz schön entsetzlich, das mit ansehen zu müssen."
Aktueller denn je erscheinen die Worte, die Barry Graves beinahe auf den Tag genau (Sept. 1994:Anmerkung Webmaster) vor elf Jahren Klaus Nomi hinterherschickte. Sie standen im Berliner tip, jenem Stadtmagazin, das auch draußen in der Provinz erhältlich war und uns ein wenig teilhaben liess am Kulturleben der Metropole. Barry Graves war einer ihrer besten Kenner. Uber türkische Breakdancer hat er geschrieben, über "androgyne Strömungen in der Populärkultur", über Donald Duck, Steven Spielberg, die internationale Renaissance des Musicals, den Cotton Club in New York. Berlin war für ihn "Die 24-Stunden-Stadt". So lautete der Titel eines Dokumentarfilms, in dem Graves die "Underground- und Ausflipp-Perspektive" der seinerzeit noch ummauerten Stadt erfassen wollte, und mit dem er 1985 im Programm der Berliner Filmfestspiele vertreten war. Jungenhaft und eher ein wenig verlegen stand er damals auf der Bühne und begrüßte das Publikum.


"The Beat Goes On"
Barry Graves wurde in Whites Plaines/New York geboren. Das Berlinale-Programm verzeichnet 1946 als Geburtsjahr; andere Quellen nennen 1942. In Berlin studierte Graves Soziologie und Volkswirtschaft und arbeitete ab 1969 als Autor und Produzent für den Rias. Dem Rundfunk blieb er über die Jahre treu; er moderierte für den WDR, den SFB und die ORB-Jugendwelle "Fritz!". Seine Artikel erschienen unter anderem in der Zeit, im Stern und im Spiegel.

Als Buchautor veröffentlichte er eine Biographie über Elvis Presley. Echte Pionierarbeit leistete er mit dem gemeinsam mit Siegfried Schmidt-Joos verfassten "Rock-Lexikon", das ihn weithin bekannt machte. Das erstmals 1973 publizierte und 1990 neu aufgelegte Buch ist noch heute ein unentbehrliches Standardwerk, das Graves offenbar sehr am Herzen lag - auf kritische Rezensionen reagierte er mit Leserbriefen, selbst wenn es sich um unbedeutende Provinzgazetten handelte. 
Mit den Worten "The Beat Goes On" schließt Siegfried Schmidt-Joos die Einleitung des Lexikons. Trefflicher lässt sich ein Nachruf auf Barry Graves kaum beenden - er starb am Donnerstag vergangener Woche in Berlin.
Harald Keller  Copyright 1994 Contrapress media GmbH