Studio 89

Das Original

"Das ist das einzige Radioprogramm mit Garantie. Es gibt keine heißere Show! Wenn es eine gäbe, würden wir unsere einstellen"(B.Graves)
Personenkult

Kai Bloemer Moderator Rias
Andreas Dorfmann Moderator Rias
Christian Graf Moderator Rias
Dennis King Moderator Rias
Lord Knud Moderator Rias
Olaf Leitner Moderator Rias
Burghard Rausch Moderator Rias
Rik DeLisle Moderator Rias
Gregor Rottschalk Moderator Rias
Uwe Wohlmacher Moderator Rias
John Lennon von Barry Graves
Jimi Hendrix Biografie
Elvis Presley von Barry Graves
Lou Reed von Barry Graves
Helmut Lehnert Chef Radio 1
Armin Amler Moderator RIAS
Horst Jankowski Moderator RIAS
Walter Bachauer  Moderator RIAS
Nero Brandenburg Moderator RIAS
Konstantin Klein Moderator RIAS
Felix Knemöller Moderator RIAS
Siegfried Buschschlüter Moderator RIAS
Karsten Kuhl Moderator RIAS
Jo Eager Moderator RIAS
Friedrich Luft  Moderator RIAS
Georg Gafron Moderator RIAS
Ian McConnachie Moderator RIAS
Jürgen Graf Moderator RIAS
Heinz Petruo  Moderator RIAS
Thomas Petruo  Moderator RIAS
Fritz Genschow  Moderator RIAS
Elmar Hörig Moderator RIAS
Hans-Ulrich Pönack Moderator RIAS
John Hendrik  Moderator RIAS
Thomas Präkelt Moderator RIAS
Charly Hickman Moderator RIAS
Uwe Hessemüller Moderator RIAS
Hans Rosenthal  Moderator RIAS
Uwe Schneider Moderator RIAS
Fred Ignor  Moderator RIAS
Horst Wendt Moderator RIAS


Vorwort zu dieser Seite:            Banner Rias Community  

Viele Jahren nach Einstellung meiner Partnerseite www.rias-berlin.com hat mir der Webmaster Gerald sein Material zur Veröffentlichung überlassen.
Falls persönliche Meinungen wiedergegeben sind handelt es sich immer um die des Webmasters. Auf dieser Sonderseite wird also ausschließlich Material oben besagte Community zu finden sein, welches ich ungeprüft und unkommentiert hier veröffentliche. Bitte beachtet, das es sich hier fast immer um Material bzw. Recherchen von Anfang 2000 bis etwa 2003 handelt.

Personen/Moderatoren:

Armin Amler

Ich bin von Beruf Ingenieur (grad.), Absolvent der früheren Berliner Ingenieurakademie Gauß. Ich habe von Anfang 1969 bis Ende 1979 beim RIAS als Ingenieur gearbeitet und auch bei vielen Sendungen mitgemacht, darunter im RIAS-Treffpunkt und "Rundfunk International" über Hörfunk- und Fernsehstationen der ganzen Welt.
1979 bin ich als freiberuflicher Hörfunkkorrespondent nach Los Angeles gekommen, später kam auch Fernsehen dazu. Meine bevorzugten Gebiete sind heute Computer und Kommunikation, Raumfahrt und Medizin, Umwelt und Energie, auch die Unterhaltungsindustrie in Kalifornien und anderswo in den USA. Bei RIAS 2 habe ich als "normaler" freiberuflicher Hörfunkkorrespondent gearbeitet, mit allen Themen, die man sich nur vorstellen kann.
Erklärte Hauptaufgabe des RIAS war - neben der Unterhaltung - stets die Information und Bildung derjenigen Deutschen, denen es nach dem Kriege unmöglich gemacht wurde, selbst an die Quellen zu kommen, aus denen sie sich zu bedienen wünschten. Die logische Weiterentwicklung dieses Anliegens war das Internet. Noch niemals in der Geschichte gab es eine so weitgehende Informationsmöglichkeit ... zur Schriftform kommen Tausende von akustischen und optischen Quellen, Audio und Video. Das Internet bietet heutzutage mehr Möglichkeiten, als sie der RIAS, laut damaligem Slogan "eine freie Stimme der freien Welt", jemals zu bieten vermochte.
Es liegt an jedem einzelnen Benutzer, bei der Auswahl nach eigenem Urteil seine Kriterien zu entwickeln, sich dabei von niemandem beeinflussen zu lassen und auf diese Weise die Spreu vom Weizen zu unterscheiden. Ich selbst bin heute vom Internet noch mehr als damals vom RIAS fasziniert.
(Armin Amler / April 2002 )


Charly Hickman

- Schlager der Woche -
Charly Hickman moderierte 9 Monate lang (zwischen der Ära "Ignor" und der Epoche "Knud") bis Herbst 1968 die beliebte Schlagersendung von RIAS Berlin.
Danach ging er zum Hessischen Rundfunk nach Frankfurt und moderierte dort die Sendung "Teens, Twens, Top Time" (später "T 4"). Außerdem spielte er in 1962/63 eine kurze Nebenrolle in einer Folge der TV-Serie "Familie Hesselbach", die damals auch vom HR produziert wurde. Ggf. ist Charly Hickman damals vom AFN zum HR gekommen. Als Schauspieler (in einer Hauptrolle) tauchte er ebenfalls im Jahre 1963 im Film "Jazz und Jux in Heidelberg" auf ( BR Deutschland, 1963, 93 Min).
Quelle: Gert Richter, Frankfurt vom 26.04.2004


Fred Ignor 

- Schlager der Woche -
Die von Ignor mit seiner markanten Stimme von 1951 bis 1968  betreute Schlagersendung "Schlager der Woche" gilt als eine der ersten "Diskosendungen" der Rundfunkgeschichte mit allwöchentlicher Hitparade. Und er war bereits der zweite Moderator dieser erfolgreichen Sendereihe. Zuvor machte es der Kollege Wolfgang Behrendt, nach ihm - für nur neun Monate- Charly Hickman, der dann im Herbst 1968 die Sendung an "Lord Knud" abgeben musste. Die Schlager der Woche lockten jeden Montagabend zahlreiche Jugendliche in West- und Ost-Berlin vor allem vor die damals in Mode kommenden Kofferradios. Fred Ignor war noch bis 1985 beim Rias tätig, unter anderem in der Sendereihe "Blende auf Die klingende Filmillustrierte" und in verschiedenen anderen Unterhaltungssendungen. Ende der 50er-Jahre arbeitete Ignor an dem Film "Das Mädchen und der Staatsanwalt" mit. Für den Komponisten Heino Gaze schrieb er zahlreiche Schlagertexte, unter anderem für den ersten Romy-Schneider-Film "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Der Schauspieler, Textautor und langjährige Moderator ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Das bestätigte die Familie am Sonntag.
Quelle: Berliner Zeitung von 25.10.1999



Felix Knemöller 

Mitglied des Nachrichtensprecherteams (wie z.B. auch Heinz Petruo), exellenter Ansager klassischer Musikprogramme, doch zugleich ein Radio Entertainer von hohen Graden, der mit seinen "Knelauern" im Morgenprogramm, bei Quiz- und eigenen Unterhaltungssendungen die Hörer zum Lachen brachte.
Jahrelang produzierte der Könner der Persiflage mit Beate Hasenau und Erwin Palm die "RIAS-Music-Box"; sein "Schulzes Schelmischer Schauspielführer" und "Opas operierte Operette" wurden zu Evergreens der Rundfunkunterhaltung. Mit eigenen Beiträgen wirkte Knemöller auch in Radio und Fernsehproduktionen von Hans Rosenthal mit.

Er verstarb im Alter von 76 Jahren am 29.04.1993


Fritz Genschow 

Alias "Onkel Tobias". Geboren am 15.05.1905, gestorben am 21.06.1977 in Berlin.
Fritz Genschow begann seine Laufbahn nach Engagements in der Provinz als Schauspieler an den Berliner Staatstheatern und bei Piscator in der Volksbühne. Neben ersten Rollen beim Film (1929 - 1957), war er 1930 Mitbegründer eines Kindertheaters. Während des Dritten Reiches ruhte seine Kinder & Jugendarbeit. 1947 kam er zum RIAS als freier Mitarbeiter und wurde mit der Sendereihe "Onkel Tobias vom RIAS" die Bezugsperson beim Kinderfunk. Mit seinen "RIAS-Kindern" übte er eine enorme Anziehungskraft aus. Die Sendung wurde zum festen Begriff für Kinder & Erwachsene in Ost und West. Erstaunlicher Weise ist keine andere Rundfunksendung in Berlin und im gesamten Sendegebiet des RIAS so lange in Erinnerung geblieben. Eine Sendereihe, die im Grunde genommen eine Idylle aufbaute und ein vertrauensvolles, kameradschaftliches Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Kindern und Erwachsenen in lockerer und spielerischer Form vermittelte. Bei Hörerumfragen bis weit in die 60er Jahre hinein, wurden immer wieder "Onkel Tobias" und Friedrich Luft als die bekanntesten Personen des RIAS-Programmes genannt.
Erstmals im Sommer 1947 ausgestrahlt, erhielt sie ab 1948 eine dreißigminütige Sendezeit am Sonntagvormittag. Pünktlich um 10 Uhr besuchten fünf RIAS-Kinder den "Onkel Tobias" in seiner Gartenlaube, um mit ihm zu basteln, zu rätseln oder zu singen. Er erzählte ihnen Märchen und spielte für sie Kasperletheater. Gemeinsam gingen sie auf Entdeckungsreisen und oft versuchten die Kinder ihren "Onkel Tobias" mit Rat & Tat zu unterstützen. Autor der Sendung war Werner E. Hintz, der später jahrzehntelang in Zusammenarbeit mit Ivo Veit die Sendereihe "Damals war's" schrieb.
Zwanzig Jahre wirkte Fritz Genschow auch in der Kinderfunkreihe "Wir freuen uns, dass Ihr Geburtstag habt" mit. In dieser Zeit dürfte er annähernd 100.000 Kindern gratuliert haben. Die Reihe existierte neben "Onkel Tobias" und ging 1948 erstmals über den Sender.
Die starke Hörerbindung durch die Person "Onkel Tobias" erwies sich auf Dauer als nicht unproblematisch. Immer wieder wurden in Schulklassen der DDR Fangfragen zur Person und der Sendung gestellt. Auf diese Weise konnte in Erfahrung gebracht werden, welche Eltern zu Hause RIAS hörten. Bis 1973 eine gefährliche Angelegenheit, die mit Repressalien & Strafverfolgung geahndet werden konnte.
Neben der Rundfunk- und Filmarbeit, wirkte Fritz Genschow an der amerikanischen Freilichtbühne in Zehlendorf mit. Wurde Leiter und Regisseur an der Schulze-Dornbusch-Bühne Rehberge. Er gründete das Gebrüder-Grimm-Theater. 1963 erhielt er den Gebrüder-Grimm-Preis.

(Text aus: "RIAS-Berlin, Eine Radiostation in einer geteilten Stadt", Herbert Kundler. Vielen Dank an Herrn Gabriel Genschow für das Bildmaterial/Filmtrailer/Filmographie/Sendung.)


John Hendrik 

Seinen Einstand im RIAS hatte er mit Sendereihen, wie „Heute so beliebt wie damals“ und „Klingendes Amerika“ gegeben. Später versammelten er und seine Ehefrau Monika Hendrik als unermüdliche und umsichtige Producerin die große und kleine Prominenz der Stadt und interessante Gäste Berlins in hunderten von Sendungen „Zweites Frühstück mit John Hendrik“, einer Frühstücks-Show, zu der auch die älteren Ostberliner Mitbürger strömten.
Der vielseitige John Hendrik war jedoch vor allem auch der Mentor des Amateur­Jazzclubs „Club 18“. Herbert Kundler (ehem. RIAS -Programmdirektor) sprach John Hendrik und dessen zwischenzeitlich verstorbene erste Frau Lotte Hendrik 1957 auf die Gründung eines solchen Rundfunk-Clubs an. Dies geschah mit folgenden Worten: »John, Sie sind der richtige Mann für diese Sache!“
Es ging nicht allein um eine Jazzsendung im Radio. RIAS wollte Begegnungen zwischen jungen Jazzfans ermögli­chen, ihnen die Chance geben, Instrumente zu tauschen, neue Bands zu gründen, Probenkeller zu finden, Repertoire kennenzulernen. Nach 25 Jahren, 1982, hatte der „Club 18“ es auf weit über 200.000 Besucher bei seinen Treffen und auf 1250 Sen­dungen gebracht. Aufgebaut noch mit Lotte Hendrik, war der »Club 18“ so erfolg­reich, daß dieses Veranstaltungsmodell in den „Häusern der Jugend“ Nachahmung fand und der Berliner Senat formal bei der US-Regierung darum ersuchte, die zur Aufrechterhaltung der 1942 erworbenen US-Staatsangehörigkeit erforderliche Rückkehr John Hendriks in die USA auszusetzen, da er in Berlin wesentliche Impulse für die Jugendarbeit vermittle. Nicht von ungefähr wurde John Hendrik dann später mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Noch immer denken viele der „Club 1 8“-Anhänger mit Nostalgie an die Treffen in den Rathäusern und überfüllten Studios zurück, genauso wie die vielen Hörer in der DDR, die die Sendungen mitschnitten und heimliche Fan-Clubs ins Leben riefen. Im »Club 18“ spielten sämtliche Berliner A mateur-Jazzgruppen. 1956 gründete der Trompeter Horst „Papa“ Henschel die „Salty Dogs“, 1961 stellte der Architekturstudent Klaus Beiersdorf „Sir Gusche‘s Jazzband“ auf die Beine, 1962 entstanden auf Initiative des Posaunisten Eckhard Seidel die „Umbrella Jazzmen“.
Bei den öffentlichen Treffen des „Club 18“ traten u.a. Count Basie, Lionel Hampton und  Duke Ellington auf. Katja Epstein war eine „Club Achtzehnerin“, ebenso Ingo Insterburg, der mit nur zwei Fingern Gitarre spielte. 1957 liessen sich die Hendriks nach fast 20 jährigem USA-Aufenthalt dauerhaft in Berlin nieder und John war seit diesem Zeitpunkt in freier Mitarbeit für den RIAS tätig. Nach der Wende gab es sogar ein „Gastspiel“ bei Antenne Brandenburg. (Herbert Kundler/ 1994)
Entnommen seinem Buch „RIAS-Berlin / Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt“  

Der am 19.11.1904 in Berlin geborene John Hendrik wird in diesem Jahr 98 Jahre alt, wenn nix dazwischen kommt. Eine Information, dass er diese Feier aus wichtigem Grund nicht begeht, liegt nicht vor.

Anmerkung: Hendrik ist am 11. Juni 2004 im Alter von 99 Jahren in Berlin gestorben



Heinz Petruo 

Mitarbeiter des Nachrichtensprecherteams bei RIAS-Berlin und Synchronsprecher. Vater von Thomas Petruo und Grossvater von Vanessa Petruo (Popgruppe No Angels). Er war die Stimme Berlins schlechthin gewesen, ...
... es hat wohl kaum einen RIAS-Hörer gegeben, der den Satz "Hier ist Rias Berlin, eine freie Stimme der freien Welt" nicht kannte. Nach dem Krieg, hatte er beim Rias die Hauptrolle in einem Hörspiel bekommen. Später fasste er bei der Wiederbewaffnungs-Debatte im Bundestag die Wortmeldungen der Abgeordneten im Funk zusammen. Von da an (Mai 1951) war er Nachrichtensprecher. 30 Jahre lang las Heinz Petruo beim Rias die Nachrichten. Weil Petruo "DDR" stets distanziert-zweifelnd aussprach, wurde er vom Chef gerügt. Konsequenzen hatte das nie. Bei den Hörern war er viel zu beliebt. Im Juli 1981 verliess er den RIAS und ging in den Ruhestand. Er habe "unmittelbar zur Selbstbehauptung der Stadt und ihrer Bürger beigetragen", steht in dem Zeugnis, das sie ihm zum Abschied geschrieben haben. Die Berliner Morgenpost nannte seine Stimme "ein Gütesiegel für sachliche Information". Als Synchronsprecher lieh er vielen internationalen Stars seine Stimme - unter anderem Yul Brynner, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonte, Lino Ventura und Charlton Heston sowie als Lord Darth Vader in "Krieg der Sterne".

Heinz Petruo, über Jahrzehnte die prägende Stimme von Rias Berlin, ist am 12. November 2001 im Alter von 83 Jahren in Coburg gestorben.


Jürgen Graf

Rundfunk-Pionier Jürgen Graf
- Der Mann der ersten RIAS-Stunde -
  Quelle: Berliner Morgenpost, 28.02.1999
Ein Mann, ein Mikrofon. Mal im Gespräch mit Alfred Hitchcock, Billy Wilder, Theo Lingen oder Sofia Loren, ein anderes Mal mit Richard Nixon, John F. Kennedy, Konrad Adenauer, Willy Brandt, Theodor Heuss. Jürgen Graf, der renommierte Berliner Journalist, er hat sie alle interviewt.
Ein Rundfunk-Pionier der ersten Stunde ist er, im wörtlichen Sinne. Am 13. Mai 1945, der Zweite Weltkrieg war nicht einmal eine Woche vorbei, saß Graf bereits im Studio des «Berliner Rundfunks» an der Masurenallee und moderierte, noch keine 18 Jahre alt, seine erste Sendung. «Es war 12.15 Uhr, nach den Nachrichten, ich sagte den Schlager ,Roter Mond´ von Rosita Serano an.» Anfang einer Reporter-Karriere, die bis heute ihresgleichen sucht. «Reiner Zufall», erzählt der heute 71jährige Zeuge des Jahrhunderts, «eine Geschichte wie aus einem Zwei-Groschen-Roman.» Kisten wollte er im Haus des Rundfunks schleppen, sich ein paar Mark verdienen. Doch just an diesem Tag fiel der Sprecher aus, und es hieß: «Mensch Graf, Sie haben eine schöne jugendliche Stimme. Machen Sie mal!»
Viele Zuhörer hatte Graf bei der «Geburtsstunde des deutschsprachigen Nachkriegs-Rundfunks» noch nicht. Dafür genau die richtigen. Vor allem die amerikanischen Presseoffiziere lauschten ganz genau, was der von den Sowjets zugelassene «Berliner Rundfunk» über den Drahtfunk schickte. Nach nur drei Monaten standen «zwei Herren mit den schönen Namen Ostertag und Schächter» auf der Matte und warben Graf ab. Als erster deutscher Mitarbeiter sollte er ihnen helfen, den «DIAS» aufzubauen - den «Drahtfunk im amerikanischen Sektor», aus dem wenig später der Radiosender RIAS hervorging.
«Für mich war das überhaupt keine politische Entscheidung», erinnert sich Graf, «nur trank ich lieber Whiskey als Wodka und rauchte Chesterfield oder Lucky Strikelieber als russische Zigaretten.» Offizieller Sendebeginn war am 7. Februar 1946. Und ausgerechnet Graf war wegen eines Schädelbruchs, den er sich Silvester '45 bei einem Autounfall zugezogen hatte, «bei der ersten Sendung leider nicht dabei». Daß er dennoch über Nacht zum «Shooting star» avancierte, lag daran, daß er bei damals insgesamt 60 Mitarbeitern «der einzige Reporter» war. «Wir versuchten, den Berlinern damals beim täglichen Leben und Überleben zu helfen.
Die Berichterstattung war zunächst fast völlig unpolitisch: Wo gab es Brennholz oder Mörtel, wo durfte man Kartoffeln ernten.» Ob ihn die erste Reportage auf den Schwarzmarkt an der Neuen Schönhauser Straße führte oder in ein Lazarett, daran kann sich Graf nicht mehr so genau erinnern.
Haften geblieben sind freilich die ersten Interviews mit Ernst Reuter oder dem Wirtschaftsstadtrat Klingelhöfer. Ein legendäres Gespräch mit dem für Ernährung zuständigen Stadtrat Paul Füllsack, der allen Berlinern mit Garten empfahl, dort Ziegen zu halten, trug dem Politiker den Spitznamen «Zickenpaule» ein. Politisch heikel wurde es 1948. Die Spannung zwischen Ost und West eskalierte und kulminierte am 6. September im Stadthaus an der Parochialstraße mit dem Auseinanderbrechen des Stadtparlaments. Graf und sein Kollege Peter Schulze berichteten live von den Tumulten und wurden prompt verprügelt
Erst ein US-Offizier rettete sie: «Wir sind vom Herrenklo auf das Dach seines Jeeps gesprungen.» Nach ein paar Semestern Publizistik-Studiums bei Prof. Emil Dovifat an der FU Berlin wurde Graf 1951 Chefreporter beim RIAS. «Man machte damals als Reporter noch alles.» Vom Sechs-Tage-Rennen bis zum Kanzlerbesuch. Worauf es ankam, und was der in Dahlem aufgewachsene Sohn eines Fabrikanten heute so sehr am Moderatoren-Nachwuchs vermißt, war und ist, daß man den Zuhörern die Geschehnisse wirklich anschaulich schildert.
Sein Bravourstück lieferte Graf in dieser Hinsicht 1963 beim Kennedy-Besuch in Berlin ab. Aus einem umgebauten Opel Kapitän berichtete Graf fast sieben Stunden «live und ununterbrochen». Ganz Berlin hing ihm förmlich an den Lippen. Der Mitschnitt dient der Uni Münster noch heute als «Lehrstunde des Radiojournalismus». Eine Vorreiterrolle nahm «der rasende Reporter» von Anfang an auch in Sachen TV-Unterhaltung ein. 1952, als der NWDR in Hamburg sein Programm aufnahm, war Graf «erneut einer der ersten fünf, die in Deutschland Fernsehen machten». 1957 kam der Südwestfunk mit der Quizsendung «Die sechs Siebeng'scheiten» auf ihn zu - mit 260 Folgen eine der erfolgreichsten deutschen Unterhaltungssendungen. Auf 600 Fernsehsendungen brachte es der Medienprofi insgesamt. «Hans Rosenthal», entsinnt sich Graf, «anfangs noch kleiner Aufnahmeleiter beim RIAS, gab mir den Anstoß.» Später wurde Rosenthal mit «Dalli-Dalli» selbst zum Star. Wie auch Gerhard Löwenthal («ZDF-Magazin»), den Graf einst beim RIAS rekrutiert hat. Unter der Woche für den RIAS im Dienst, an Wochenenden beim Fernsehen in Hamburg - fast hätte Graf so den Mauerbau 1961 verpaßt. «Ich war in Hamburg, konnte erst mittags nach Berlin zurückfliegen.»
Dafür konnte der Starjournalist im Laufe seines 38jährigen Berufslebens fast alle US-Präsidenten von Harry Truman bis Ronald Reagan persönlich erleben und bis auf Gerald Ford sogar interviewen. Der RIAS, von den Amerikanern gegründet, später aus Töpfen der Bundesregierung finanziert, war stets in einer privilegierten Ausgangslage für ein Exklusiv-Interview. So wurde Graf zum Aushängeschild der deutsch-amerikanischen Verbindungen. Als Mitglied im Kuratorium der Atlantik Brücke, der American Academy, der Stiftung Checkpoint Charlie und der RIAS Berlin Kommission ist es der seit 1975 zum zweiten Mal verheiratete Vater zweier Kinder bis heute. Trotz einer Leber-Transplantation 1998 (Graf erlitt als Reporter im Vietnam-Krieg eine Hepatitis-C-Infektion) ist «Mister Rundfunk» Pensionär im Unruhestand.
Das bißchen Zeit, was bleibt, verbringt er am liebsten mit seinen «besten Freunden». Altbundespräsident Walter Scheel, mit dem er Tennis spielt, oder dem früheren Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz. Über ein halbes Jahrhundert Rundfunk-Geschichte hat Graf geschrieben. Memoiren freilich will er nicht veröffentlichen. «Das wären doch nur Garderoben-Geschichten», sagt er mit einem Augenzwinkern. Er habe für die Prominenz «nur das Mikrofon gehalten.
Jürgen Graf ist heute Vorsitzender der RIAS-Berlin Kommission.


Karsten Kuhl

Vom "Monte Mülli" *) zum RIAS ........
Ich möchte mal soweit gehen: Der RIAS ist an allem schuld. Schuld daran, dass ich nicht ein frustrierter Bankkaufmann geworden bin oder ein mieserabler Koch oder so etwas. Nein, Radio musste es sein. Und das fing bei mir mit 13 Jahren an: Damals rodelte ich bei einem Schlittenrennen in Lübars *) prompt in die Arme eines Teams der RIAS-Jugendsendung "Doppeldecker". Die haben mich interviewt oder sollte ich sagen -entdeckt? Irgendwie habe ich immer schon mehr geredet als die anderen Jungs in meinem Alter. So landete ich dann Wochen später zu Probeaufnahmen in der Kufsteiner Straße. Dachte ich. Es war dann gleich meine erste Sendung. Nach Hause gings auf RIAS-Kosten mit dem Taxi (damals hatten die Sender noch Geld) und so lernten wir Knirpse vom Jugendfunk gleich, wie glamourös das Leben als Star von morgen sein kann.

Natürlich kam alles anders. Man wurde älter. Und in der Sendung "von Jugendlichen für Jugendliche" war plötzlich kein Platz mehr für Abiturienten. Das machte aber nichts, weil die Sendung ohnehin eingestellt wurde. Was schade war. Denn welcher Journalist kann in heutiger Zeit noch behaupten, er habe mit 13 Jahren angefangen. Ich kann das. Denn -wie gesagt- war der RIAS daran schuld, dass ich später beim Hessischen Rundfunk (HR 3) moderierte und auch beim Norddeutschen Rundfunk (NDR 2). Zwischendurch schickte ich immer mal Berichte an die Kollegen von RIAS 1, wo ich Anfang der 90er Jahre auch die o-Ton-Nachrichten präsentierte.

Achja, und dann war da noch RIAS-TV, auch ein Klasse-Programm, für das ich meine ersten Fernsehbeiträge gemacht habe. Der Sender heißt jetzt Deutsche Welle-TV und dort bin ich immer noch: Als Moderator des Magazins "Politik aktuell". Kriegt man aber nur im Ausland oder etwas umständlich in Deutschland über Satellit. Wer wissen will, was der Kuhl so beim WDR macht, der kann sich im Internet informieren, ein paar Videos gucken und auch mails schreiben. Ich freue mich drauf: www.karsten-kuhl.de

(Karsten Kuhl / April 2003)


Konstantin Klein

Redakteur, Moderator, Reporter & Vizechef bei rias2

Radio-Lebenslauf (kurz und knapp von seiner Homepage)
1983 - Redakteur und Moderator, SWF 3, SWF Baden-Baden
1986 - Redakteur, zuletzt stv. Programmchef rias2, RIAS Berlin
1992 - Morning anchor, r.s.2, Berlin
1993 - Chef vom Dienst, Bayern 3, BR München
1995 - Chefredaktion Radio Brandenburg, ORB Potsdam
Seit 1996 - sein eigener Chef als freier Journalist in Washington, DC
- für Deutsche Welle, ARD u.a.

Von März 2000 (?) an hatte Konstantin den wohl ersten RIAS2-Erinnerungstreffpunkt im www eingerichten. Name der Page

 Im Oktober 2001 hat er die Seite leider für den öffentlichen Zugang vom Netz genommen. Eine gewisse Enttäuschung seinerseits über die Nichtnutzung von angebotenen Features war wohl mit ein Grund für diese Entscheidung. Nun nutzt er das Portal ausschliesslich für die interne rias2-Kommunikation ( quasi von RIAS2-Kollege zu RIAS2-Kollege). Kann man nix machen ..... !



Friedrich Luft 

„Die Stimme der Kritik“
„Als Friedrich Luft am 24. Dezember 1990 im Alter von 79 Jahren starb, war für das kulturelle Berlin die Nachkriegszeit zu Ende. 45 Jahre lang hatte er das theatralische, filmische und literarische Schaffen der Stadt kritisch begleitet und dadurch selbst Kul­turgeschichte gemacht — eine singuläre Erscheinung. Sein Medium war, ob­gleich er stets auch für die Zeitung schrieb, in erster Linie der Rundfunk. Als „Stimme der Kritik“ war er Millionen von Hörern in Ost und West vertraut, und sie blieben ihm, „gleiche Welle, gleiche Stelle“, über Generationen auf den RIAS-Frequenzen treu.
Der Beginn seiner Tätigkeit war auch die Geburt eines völlig neuen Genres, der Rundfunkkritik: „Guten Abend, liebe Hörer, wir werden an den Sonnaben­den der kommenden Wochen um diese Zeit wieder zusammentreffen. Wir wer­den öfter miteinander reden. Wir werden uns aneinander gewöhnen müssen. Vielleicht ist es gut. daß ich mich Ihnen da vorstelle: Luft ist mein Name, Friedrich Luft. Ich bin 1,86 groß, dunkelblond, wiege 122 Pfund, habe Deutsch, Englisch, Geschichte und Kunst studiert, bin geboren im Jahre 1911. bin theaterbesessen und kinofreudig und beziehe die Lebensmittelkarte der Stufe II. Zu allem trage ich neben dem letzten Anzug, den ich aus dem Krieg gerettet habe, eine Hornbrille auf der Nase. Wozu bin ich da? Ich soll mich für Sie plagen. Diese Stadt Berlin ist von einer ununterdrückbaren Regsamkeit. Was die Theater, die Kinos zudem betrifft, so kann ein einzelner schon gar nicht mehr übersehen, was sich auf den Brettern und den Projektionsflächen unserer Stadt tut. Wer hätte Zeit, die vielen Kunstausstellungen zu besuchen? Wer könnte entscheiden, welcher Opemabend einen Besuch wert ist? Sehen Sie, da komme ich nun aus dem Lautsprecher, etwas atemlos vielleicht von dem letzten künstlerischen Erlebnis, etwas ausgekühlt vielleicht in dieser Jahreszeit. Aber das ist meine Aufgabe: für Sie sozusagen der Vorreiter und Kundschafter zu sein.“
Dieser Auftakt war programmatisch. Die Privatheit des Tones entsprach der spezifischen Hörfunkrezeption, die Umgangssprache der Heterogenität der Hörerschaft, und Lufts Selbstdefinition als Kulturreporter (als „Warenprüfer“, wie er es nannte) bestimmte all die Jahrzehnte hindurch seine kritische Me­thode. Friedrich Luft beschrieb das, was er sah, möglichst genau. In immer neuen Bildern kreiste er das Ereignis gleichsam ein, die Redundanz wurde zum Prinzip eines Stiles, der aufgrund der lebendigen und unmittelbaren Sprache doch nicht langweilte. Der Wunsch nach einer — natürlich utopischen — Objek­tivität in der Beschreibung kontrastierte mit der bekennenden Subjekivität im Urteil. Luft nannte sich gerne einen »Liebhaber“ der Kunst und speziell des Theaters, der aus gekränkter Liebe gnadenlos zu verreissen und aus befriedigter Liebe hymnisch zu loben imstande war. Die ungeheure Popularität, die der Kritiker Luft erlangte, begründete sich durch seinen Anspruch, sowohl einem Schuster Verständliches als auch einem Oberstudienrat Erhellendes mitzutei­len. Da analysierte er einmal die Dramen Becketts und berichtete ein andermal, sich im Parkett vor Lachen auf die Schenkel geschlagen und sich »wie Bolle amüsiert“ zu haben. Diese Gratwanderung von analytischem Zugriff und Popu­lismus war natürlich durch das Medium, den Rundfunk, bedingt, setzte sich aber auch in Lufts Schreibhaltung fort.
Seine besondere Sprache bezeichnete Marcel Reich-Ranicki in seiner Laudatio anläßlich der Verleihung des ersten Ricarda-Huch-Preises an den Kritiker Luft 1978 als einzige unverwechselbare im gesamten Zeitraum nach 1945.
Nebenbei hatte er auch einige Male für den von den Sowjets besetzten „Berliner Rundfunk“ in der Masurenallee gearbeitet, beendete diese Tätigkeit aber, als er einen filmkritischen Text nach den Wünschen eines Offiziers modifizieren sollte.
Sein Debüt beim RIAS beschrieb er anläßlich des 40. Geburts­tages des Senders so: „Einige Monate vergingen. Jetzt waren es die Amerikaner, die begannen, da ihnen das Funkhaus in der Masurenallee (übrigens im engli­schen Sektor Berlins) bitter versperrt blieb, einen eigenen Sender aufzubauen. Man rief mich ins schrecklich ungemütliche Telegraphenamt in der kalten Winterfeldstraße. Ob ich einen wöchentlichen kritischen Kommentar überneh­men wollte. Ich wollte, stellte aber — gebranntes Kind, das ich war — sofort fest, ob ich die Freiheit haben würde, Kunstwerke (seien es nun Theaterstücke oder Filme) ausschließlich nach ihrer Güte und Unterhaltsamkeit werde beurteilen dürfen — nicht nach der Nationalität ihrer Herkunft. Natürlich, sagte man mir, wo denken Sie denn hin? Gut, sagte ich, ich mache gerne mit. Man gab mir zum ersten Male das Mikrophon für die ‚Stimme der Kritik‘ frei, wie die Sendung vom allerersten Tage an hieß. Ich schoß los. Ganz einfach war das (im Vorspiel) aber auch nicht gewesen. Ich hatte, mein Manuskript in der Hand, erst einmal eine Art ‚Vorsprechen‘ ableisten müssen. Ich hatte es auf meine Art verlesen. Als ich aus dem Sprecherkabuff heraustrat, fand ich rundum schüt­telnde Köpfe und betretenes Schweigen vor. Man ließ mich wissen, meine Art zu reden sei fürs Radio ganz unmöglich. Ich spräche zu schnell, sei viel zu hastig, wäre in meiner aufgeregten Diktion geradezu für das Mikrophon Gift. Ich solle mein Manuskript dalassen. Das sei ja ganz in Ordnung. Aber man werde es einem eingefuchsten Radiosprecher anvertrauen, der solle es verlesen. Ich sei mit meiner verkorksten Redeweise ganz ‚unflankisch‘, dem Hörer nicht zumutbar, ich sei nicht ‚radiogen‘ (das Fremdwort hörte ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male). Ich nun weigerte mich wieder, ging und nahm mein Manuskript gleich wieder mit. Es von einem fremden Sprecher wie eine amtliche Verlautbarung verlesen zu lassen — das war mir wirklich zu dämlich. Ich hatte die Angelegenheit fast schon vergessen, als ich wieder in die kalte Winterfeldstraße gerufen wurde.“ So begann seine Zeit beim DIAS / RIAS ....
Textauzug von Petra Kohse, entnommen dem Buch:  „RIAS-Berlin / Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt“


Nero Brandenburg

Nero Brandenburg ist, wenn man Journalisten glauben darf, so etwas wie eine Berliner Institution. Als guter Schüler (mit mittlerer Reife) erkannte er schnell seine Begabung zu allem, was mit Show und Unterhaltung zu tun hatte.

Gleich nach abgeschlossener Ausbildung zum Postbeamten hängte er die Uniform an den Nagel, ging zum Senator für Jugend und Sport in Berlin und betreute fortan die Berliner Jugendtanzcafes “Dachluke“, “Swing Point“ und “Pop INN“. 
1968 saß er dann als flotter Twen erstmals im RIAS-Studio. “Beat um Fünf‘ hieß die Sendung, und die Hits der “wilden 68er“ gaben dieser Radio-Show die musikalische Würze.
 Der “RIAS-Treffpunkt“, die Jugendsendung mit Rock, Pop und Pep, wurde dann u.a. durch “NERO“ zum Markenzeichen für RIAS BERLIN. Dann folgten viele Produktionen im Unterhaltungsprogramm, von dem Urberliner mit Herz und Schnauze pfiffig und witzig moderiert: “RIAS­Kaffeetafel“‘ “Nero für Nachtschwärmer“, “Memories-Memories“ oder “Swing tanzen verboten“ sind nur einige Beispiele. 
Nero Brandenburg erfand den “RIAS-Radiomarkt“ und ist der Vater der “RIAS­Schlagerparade“. 
Auch das Fernsehen lockte, aber er blieb ein RIAS-Mann trotz seiner Auftritte beim ZDF für das “Sonntagskonzert auf Tournee“ oder beim Deutschen Fernsehfunk nach der Wende in “Spielspaß“, “Casino 107“ oder “Alles singt“. 1985 erhielt er die SPIDEM-Plakette vom Spitzenverband Deutsche Musik für Verdienste um den deutschen Schlager und die “Goldene Stimmgabel“ von Dieter-Thomas Heck. Die Schöneberger Sängerknaben machten ihn 1988 zu ihrem “Ehrensängerknaben“.
Zum 1000-jährigen Jubiläum der Stadt Potsdam kreierte Nero den Song:
“Potsdam liegt noch immer bei Berlin“. 
Seit dem 1. Januar 1994 ist aus dem RIAS das “DeutschlandRadio Berlin“ geworden, eine durch die Wende bedingte Zusammenlegung des ehemaligen DDR-Senders “STIMME DER DDR“ (Deutschandsender/DS-Kultur) und RIAS Berlin.  Das Programm soll schwergewichtig aus den Elementen Kultur, Politik und Information bestehen. Für Show und Unterhaltung und für nationale Musikprodukte der leichten Unterhaltung war nur noch die Mittelwelle vorgesehen, bis auch diese Sendeflächen schliesslich gestrichen wurden. 
Am 1. Januar 1997 ging Nero Brandenburg in den Vorruhestand aufgrund des betriebsbedingten Personalabbaus beim DeutschlandRadio, blieb aber weiterhin “RADIO-aktiv" beim SFB auf „Berlin 88 acht: immer freitags mit der „Deutschen Schlagerparade“ und sonnabends früh (von 1995 bis 1999) mit der Moming-Show "Aufgewacht mit 88 acht".
Auch als Sänger ist Nero Brandenburg kein Unbekannter. Mit dem “Dingeling“ fing es schon 1972 an (von den Rundfunkanstalten damals auf die “Schwarze Liste“ gesetzt - aber von über 100000! Schlagerfreunden gekauft!). Inzwischen sind über 40 Titel auf Singles, MCs, LPs und CDs erschienen. Neu sind einmal die CD mit dem beziehungsreichen Titel: „Der Zweite Frühling“ / "lch bin ON AIR was will ich mehr" (die gesungene Biografie eines Mannes, der seit der Zeit des „Onkel Tobias vom RIAS“ schon immer die Sehnsucht nach dem Mikrofon in sich trug); und zum zweiten die Erkenntnis eines inzwischen gereiften Mannes mit dem Titel: „Zweimal gelebt“.... 
Show hin - Show her: zusammen mit Stefanie Simon und Bert Beel tingelt Nero seit 1997 mit der Schlager-Show: “Haste mal ‘n Fuffziger" durch die Lande.
 Uraufgeführt in der „NOLLE“ im Herzen von Berlin am Bahnhof FRIEDRICHSTRASSE. Die zweite Show „HOSSA! HOSSA! HOSSA!“ hatte am 23.September 1999 Premiere und eine dritte Show mit dem Titel "Wir machen Musik" am 2.09.2001 im Revuetheater „La Vie En Rose“ am Flughafen Tempelhof.
Text und hier vorgestelltes Audiobeispiel von Nero Brandenburg. "Nero Identifikation" auf dem "Treffpunktbild" durch Gregor.Vielen Dank !  Nero's Diskographie
NERO BRANDENBURG geboren 1941 in Berlin
Seit 1968 Moderator & Redakteur (u.a. bis 1997 bei RIAS-Berlin bzw. DeutschlandRadio.) Vorruheständler . Tätig dort für die Abteilung Musik & Unterhaltung
 Sendungen im RIAS:
BEAT UM FÜNF, BEAT MIT NERO, MEMORIES-MEMORIES, RIAS-TREFFPUNKT, WIR BEGLEITEN SIE DURCH DIE NACHT, NERO FÜR NACHTSCHWÄRMER, RIAS-KAFFEETAFEL, SWING TANZEN VERBOTEN, MIT RIAS IN DIE FERIEN, NEROS SCHLAGERLADEN, RIAS SCHLAGERPARADE, RADIOMARKT, RIAS PARADE, NIGHTLINE, HAFENKONZERT u.v.m.
weitere Sendungen Im HORFUNK:
RADIO BREMEN  HAFENKONZERT 1985 - 1990           
SFB 88acht
AUFGEWACHT MIT 88acht 1995 - 1999
SFB 88acht                             
DIE DEUTSCHE SCHLAGERPARADE seit 1997
Sendungen Im FERNSEHEN
11970-1972 SFB OLYMPIA MAGAZIN MODERATOR
1986 ZDF “40 JAHRE RIAS" MODERATOR
1987 ZDF SONNTAGSKONZERT AUF TOURNEE MODERATOR
1988 ZDF SONNTAG SKONZERT AUF TOURNEE MODERATOR
1989 ZDF SONNTAGSKONZERT AUF TOURNEE MODERATOR
1990 ARD VERSTEHEN SIE SPASS LOCKVOGEL
1990 DFF SPIELSPASS KANDIDAT
1990 DFF ALLES SINGT INTERPRET
1990 DFF CASINO 107- TALKSHOW AUG/OKT/DEZ TALKM.
1990 DFF ACHIMS HITPARADE INTERPRET
1991 DFF SPIELSPASS - MAI/SEPTINOV MODERATOR
1991 RIAS TV GUTEN MORGEN BERLIN MODERATOR
1992 ZDF SONNTAGSKONZERT AUF TOURNEE INTERPRET
1993 MDR HELGA-HAHNEMANN-GALA INTERPRET
1994 MDR IM RAMPENLICHT INTERPRET & GAST
1994 SWR SCHLAGERPARADE DER VOLKSMUSIK INTERPRET
1994 MDR WENN DER GROSCHEN FÄLLT INTERPRET
1996 DW BOULEVARD DEUTSCHLAND INTERPRET
1996 SFB SCHLAGERNACHT MODERATOR  1996 SFB BAHNHOFSFEST ZEITZEUGE
1999 MDR DAS DEUTSCHE SCHLAGERMAGAZIN HOMESTORY
 AUSZEICHNUNGEN:
1985 DIE GOLDENE S11MMGABEL-TAG DES DEUTSCHEN SCHLAGERS
1988 EHRENSANGERKNABE DER SCHÖNEBERGER SANGERKNABEN
1988 SPIDEM-EHRENPLAKE1TE (SPITZENVERBAND DEUTSCHE MUSIK)
1996 DIV PLAKETTE DES DEUTSCHEN TEXTDICHTER VERBANDES
2002 GOLDENE EHRENNADEL ‚FRÖHLICHER MUSIKANTEN-STAMM11SCH

SCHALLPPLATTEN:
1972 MEIN DINGELING BELLAPHON SINGLE
1973 BIMMEL BAMMEL BOMMELCHEN HANSA SINGLE
1975 DIE WILDE BAUERNTOCHTER HANSA SINGLE
1976 BAYERISCHE BIERE CRYSTAL SINGLE
1979 KREUZBERGER TAGE HANSA SINGLE
1986 LAUBENPIEPER POLKA KOCH SINGLE
1987 SCHÖNES WETTER KOCH SINGLE
1987 MENSCH BERLIN ICK LIEBE DIR KOCH LP
1988 ES IST SCHÖN, GUTE FREUNDE WOLO SINGLE
1988 50 BIN ICH - SO SING ICH WOLO LP
1990 HEJA HEJA HEJA HO ZEIT SINGLE
1993 POTS-1000 - 1000 JAHRE POTSDAM ZABO LP
1993 SPREE ATHEN CAMOUFLAGE CD MAXI
1994 LIED OHNE SINN BELLAMUSICA CD MAXI
1995 CHEERIO, SALUTE, ZUM WOHL BELLAMUSICA CDI
1995 WARUM MUSS DAS MIR PASSIEREN BELLAMU. CD
1995 WARUM NACH HAUSE GEHN BELLAMUSICA CD MAXI
1997 EINE BLAUE STUNDE DUOPHON CD ALBUM
1998 DER ZWEITE FRÜHLING HANSEN CD ALBUM
2000 ZWEIMAL GELEBT VICTORY CD MAXI
Showproduktionen: “Haste mal n'en Fuffziger“
Die Schlagerrevue mit den Hits der 50er Jahre
“Hossa!I Hossa!‘ Hossa!!“ Die Schlager-Flesta mit den Hits der 60er Jahre
"Wir machen Musik" Tonhilmschlager der 30er und 40er Jahre
Div. Weihnachtsprogramme alle Shows mit Stefanie Simon & Bert BeeI


Georg Gafron

Nachrichtenredakteur und leitender Redakteur bei RIAS Berlin, Leiter Sonderprogramm & Feature bei rias2
Heute: Chefredakteur der Tageszeitung B.Z.

Seine Sichtweise zum Ende von RIAS-Berlin (Text von 1994)
Vier Jahre sind seit dem Zusammenbruch der DDR vergangen, und noch sind wir mittendrin in den Umbruchzeiten. Vielen geht es nicht schnell genug, dabei ist die Entwicklung rasant und atemberaubend dynamisch. Vielleicht liegt es tatsächlich daran, daß der eine, über vierzig Jahre benachteiligte Teil Deutschlands, jetzt einen unmittelbaren Anspruch auf schnelle Angleichung der Lebensverhältnisse verspürt, während der andere die Belastungen zwar geduldig trägt, gleichwohl aber die ganze Dimension des Umbruchs noch nicht begriffen hat.
Aus all dem speist sich eine eigenartige Spannung, die ungeduldig und manchmal sogar undankbar macht. Doch auch das wird vorübergehen, und die Zeit der Erinnerung wird kommen. Sie ist notwendig, um wirklich das ganze Ausmaß dessen, was geschehen ist, zu begreifen.
Unweigerlich werden dann auch die Programme des RIAS wieder in den Sinn kommen. Diese jahrzehntelange Brücke aus dem freien Teil Berlins hinüber in die andere Welt der bewußten geistigen Einschränkungen - der Diktatur. Schlicht das unabdingbare Festhalten an der Wahrheit verschaffte den Programmen aus den Redaktionen an der Kufsteiner Straße die hohe Popularität. Weder Kampagnen der SED noch Strafverfolgungen konnten die Wirkung des RIAS brechen.
Generationen sind mit diesem Sender aufgewachsen. Sie haben durch seine Programme ein anderes Wertsystem kennengelernt. Dem "Wem nützt es?" der kommunistischen Erfolgsethik wurde ein "Die Würde des Menschen ist unantastbar" entgegengesetzt.
Klammer gewesen zu sein in den Jahrzehnten der Spaltung, Anwalt und Sprachrohr der Unterdrückten und Verfolgten, zugleich ständige Mahnung an SED und Stasi, und nicht zuletzt: einziges gezielt offenes Fenster in eine offene Gesellschaft - all das bleibt als das große Verdienst des RIAS Berlin zurück.
Ich selbst durfte einige Jahre zur RIAS-Mannschaft gehören. Ich denke gern daran zurück. Nur das Ende dieser einzigartigen Rundfunkanstalt, die zugleich Symbol deutsch-amerikanischer Partnerschaft in schwerer Zeit gewesen ist, erfüllt mit Bitterkeit. "Es wächst zusammen, was zusammen gehört ... " So, ein geflügeltes Wort aus den dramatischen Zeiten der Wende. RIAS und Deutschland-Sender können damit eigentlich nicht gemeint sein. Insofern hinterläßt das Ende des RIAS auch Betroffenheit.
Text aus dem Buch "RIAS Berlin - Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt" von Herbert Kundler, erschienen 1994 im Dietrich Reimer Verlag Berlin
*****
 Sein bisheriger Werdegang:
- geboren am 13. Mai 1954 in Weimar
- Lehre als Buchdrucker
- 1977 Flucht in die Bundesrepublik Deutschland
- 1980 Nachrichtenredakteur RIAS Berlin
- 1982 leitender Redakteur RIAS Berlin, Leiter Sonderprogramme und Feature RIAS II
- 1987 Chefredakteur Radio HUNDERT,6
- 1988 Chefredakteur SAT 1-Regional "Wir in Berlin"
- 1991 Geschäftsführender Gesellschafter und Programmdirektor
Radio HUNDERT,6 Medien GmbH
- 1997 Vorsitzender der Geschäftsführung und Programmdirektor
Radio Hundert,6 Medien GmbH

- 1999 Geschäftsführer Programm und Kommunikation TV.BERLIN
- 2001 Chefredakteur der B.Z.
- bis 2002 Programmdirektor und geschäftsführender Gesellschafter Radio Hundert,6
- bis 2002 Geschäftsführer des privaten Fernsehsenders TV.BERLIN
Mit freundlicher Gehmigung und Unterstützung von Georg Gafron im Mai 2002. Vielen Dank !


Elmar Hörig

Elmar Hörig war laut eigener Aussage nur ein einziges Mal in Berlin um eine seiner Sendungen "live" zu fahren. Alle anderen Dinge kamen vom Band und waren eine reine Auftragsproduktion. Die Moderation zum Verlesen von Gewinnern wurde im Funkhaus immer nachträglich "eingebaut". Das wurde aber so gut gemacht, dass der Hörer draussen davon nichts mitbekommen hat.
Nun zur aktuellen Sendung aus dem Radiostream. Es ist genau diese Sendung, bei der Elmar Hörig das erste und möglicher Weise einzige Mal für RIAS Berlin "live" arbeitet. Die Sendung habe ich nicht weiter editiert. Sie wurde mir in diesem Zustand von Reinfried N. zur Verfügung gestellt, vielen Dank.
rias2-Radioflipp - live von der IFA 1991
Die erste gesamtdeutsche Funkausstellung nach 1961. Und diese brach den Besucherrekord und sie ist ein Maßstab für alle weiteren Funkausstellungen.
Elmar Hörig führt mit Spass und Gelassenheit durch das Programm.

Berufene Ulknudel bei Radio + Fernsehen, Verrufen bei ARD + ZDF, trotzdem noch sehr aktiv. Unvergessen sind seine Sendungen bei rias2....
.... wie Radio-Puzzle und Radio-Flip. Letztere immer mit den neuesten Abenteuern von Käpt'n Kipp Dotter. "Ich habe wöchentlich, und das ca. 4 Jahre lang, per Band eine komplette Sendung zum RIAS geschickt, inkl. Musik und war dabei selbst nie in Berlin ! Mit einer Ausnahme, einem Auftritt im Rahmen der Funkausstellung 1991 für rias2.
Oft war die Zeit so knapp, dass meine Frau den Postboten bitten musste noch 2 - 3 Minuten zu warten, weil ich die Sendungen immer auf den letzten Drücker gemacht habe. 

Es gab eine einzige Live Sendung, eben die besagte zur IFA. Da war ich dann auch mal mit meiner RIAS Radio Fee ILONA eine Nudel essen. Sie hat die Bänder immer gefahren und die Gewinner in die Lücke gesprochen. War eine nette Zeit. Bis die dämliche Mauer fiel. Da war's dann aus mit Rias. Übrigens, im damaligen Osten waren die Shows der Renner. Ossis haben eben doch Geschmack."
(Elmar Hörig / Mai 2001)


Hans Rosenthal 

Ein Leben für die Unterhaltung: Hans Rosenthal
geboren: 02.04.1925 in Berlin / gestorben 10.02.1987 in Berlin
Schauspieler, Regisseur, Quizmaster
Er war immer ein Mann des Volkes, und deshalb liebten ihn die Menschen. Nach dem Krieg gehörte er neben Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff zu den drei großen Radio- und Fernseh-Entertainern in Deutschland. Rosenthal landete nach dem Krieg zuerst beim russisch kontrollierten Berliner Rundfunk, der damals noch im Funkhaus an der Masurenallee (heute SFB) residierte. Doch schon bald geriet er mit dem totalitären Klima an diesem Sender in Konflikt, und so wechselte er 1948 zum RIAS, wo er eine beispiellose Rundfunk- und später Fernsehkarriere startete.
Von 1962 bis 1980 war er bei RIAS Berlin auch Leiter der Unterhaltungsabteilung. Mit über 3000 Sendungen ist er nach wie vor einer der kreativsten, erfolgreichsten und populärsten Unterhalter im deutschen Funk und Fernsehen geblieben: Sendungen wie »Wer fragt – gewinnt!«, »Spaß muß sein!«, »Allein gegen alle« (ab 1963), »Die Rückblende«, »Opas Schlagerfestival«, »Rate mal mit Rosenthal«, »Klingendes Sonntagsrätsel«, »Gut gefragt ist halb gewonnen« und »Dalli Dalli« ( ZDF, ab 1971) ließen ihn laut einer Umfrage zum »beliebtesten Quizmaster aller Zeiten« avancieren.
Dennoch ist er immer bescheiden geblieben. »Man muß Menschen mögen«, hat Rosenthal einmal gesagt, »wenn man für sie Unterhaltung macht!« Daß er mit Menschen umzugehen verstand, haben die Begegnungen mit seinen zahlreichen Quizkandidaten bewiesen. Wer bei Rosenthal auf der Bühne stand, brauchte keine Angst zu haben, sich zu blamieren. Fast kameradschaftlich war der Kontakt zu seinen Quizkandidaten: Er war ein Mensch geblieben, kein Fernsehstar mit Allüren.
Obwohl Hans Rosenthal, der jüdischen Herkunft war, während der Nazi-Zeit schlimme Jahre in Deutschland erleiden mußte und nur knapp dem Konzentrationslager entkommen konnte, ist er nach Kriegsende in seiner Heimat geblieben und hat sich am Aufbau eines demokratischen Staatswesens in Deutschland beteiligt. Wie er selbst in einem Interview erklärte, konnte er ohne Ressentiments in Deutschland weiterleben, weil er während der grausamen Judenverfolgung auch andere Deutsche kennenlernte, die Zivilcourage zeigten und ihn zwei Jahre in einer Berliner Laubenkolonie versteckt hielten.
Funktionen/Ämter/Auszeichnungen/Ehrungen (ein Auszug ...)
 * Präsident des Fussballklubs Tennis Borussia Berlin
 * Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland
 * Viele Hörfunk-, Fernsehpreise und Auszeichnungen, u.a. 1980 die Silberne Kamera als "zweitbeliebtester Unterhaltungsstar aller Zeiten".
* Strassenbenennung / Die Umbennenung der Kufsteiner Strasse 69 (bisherige RIAS-Adresse) in "Hans-Rosenthal-Platzes" erfolgte 1993 an seinem 68. Geburtstag.
 
Am 2. April 2002 wäre Hans Rosenthal 77 Jahre alt geworden. Im Jahr 2000 erschien über sein Leben und Schaffen ein Buch, da es bisher in keiner Publikation gelungen war, das »Unterhaltungsphänomen Rosenthal« zu beschreiben und zu analysieren. So wird vor allem die Rundfunkkarriere des Quizmasters, Regisseurs, Moderators und Spiele-Erfinders Rosenthal in diesem Buch behandelt; seine zahlreichen Sendungen und Sendereihen mit Mitwirkenden und Sendezeiten sind im Anhang des Buches aufgeführt.
© G.Wagner aus dem Jahr 2002


Hans-Ulrich Pönack

Jahrgang 1951, seit 1969 Filmjournalist, Förderer beim RIAS war Detlev E. Otto, kurz DEO genannt. Von 1974 bis 1997 parallele filmjournalistische Funktion beim TIP-Magazin. Vom 02.10.1985 bis zum Ende des Sendebetriebes (31.05.1992) für rias2 tätig.
Die letzte "Film aktuell"-Sendung ging am 12.05.1992 über den Sender. Danach machte er noch eine Filmmusik-Sendung auf rias2 am 19.05.1992. Mit dem Ende von rias2 gehörte er aber weiter dem Hause RIAS in gleicher Funktion an.
Es erfolgte am 01.01.1994 sein nahtloser Übergang zum DeutschlandRadio Berlin. Auch hier ist er dem Fach "Filmkritik" treugeblieben. Seit dem Jahr 2002 begegnet er uns auch zunehmend im TV. Regelmässige Auftritte hat er beim SAT1-Frühstücksfernsehen.
Bei rias2 wurde die Sendung Film Aktuell (im Rahmen des rias2-Specials) von ihm redaktionell und als Moderator betreut. Anfangs noch gemeinsam mit dem Kollegen Norbert Wassmund, ab 1989 dann als Solist. Die Sendung selbst dauerte anfangs 2 Stunden mit jeweils 2 Musiken zwischen den einzelnen Beiträgen, später dann erfolgte eine Reduzierung auf eine Stunde mit dann nur noch einer Zwischenmusik. Er selbst hat viele der damaligen Sendungen archiviert.


Ian McConnachie

Moderator bei rias2. Sehr beliebt bei den weiblichen Hörern. Wechselte 1989 zu rias2. War dort bis zum letzten Tag im Einsatzschwerpunkt bei den Sendungen "Wunschhits" und "Popcorn" zu hören. Er ging mit dem Ende von rias2 zum verbleibenen RIAS-Berlin (vormals RIAS1) und machte dort noch einige Sendungen ...
... mit einigen anderen ex-rias2-Kollegen (Henry Gross, Uwe Wohlmacher .. usw). Nach der RIAS-Zeit ging er zum SFB (RadioB2). Heute ist er Messe- und Veranstaltungsmoderator, doch seht selbst, alles nachzulesen auf seiner Homepage


Horst Jankowski 

geb. 30. Januar 1936 in Berlin, gest. 29. Juni 1998 in Radolfzell am Bodensee
Der Name Horst Jankowski wird stets mit seiner weltbekannten Komposition "Schwarzwaldfahrt" (Walk in the Black Forest) verbunden bleiben. Dieser eingängige, swingende Welthit der 60iger Jahre hat ihm ein Denkmal gesetzt.
Horst Jankowski versuchte Zeit seines Lebens eine Brücke zwischen anspruchsvollem Jazz und kommerziellem Entertainment zu bauen, was ihm auch glanzvoll gelang.
Jankowski gewann in den 50iger und 60iger Jahren mehrfach Preise als bester deutscher Jazzpianist. Er war 20 Jahre lang (1975-1994) Chefdirigent des Berliner RIAS-Tanzorchesters. Sein Name bleibt eng verbunden mit der "RIAS-Parade"und den TV-Sendungen "Zu Gast bei Horst Jankowski", "Swing & Talk", "Musik liegt in der Luft"und "Melodien für Millionen".
Horst Jankowski stand für Lebensfreude und war bei seinem Publikum sehr beliebt. Unvergessen bleibt sein von ihm gegründetes Vokalensemble: Die Horst Jankowski Singers. Der unverwechselbare Sound dieses Chores ist bis heute ein Glanzpunkt des Vokal-Jazzes. Konzerte zusammen mit seinen Pianokollegen und Freunden Eugen Cicero und Paul Kuhn waren jedesmal Feste pianistischer Glanzleistungen und unverwechselbarer Arrangements.
Quelle: BIT MUSIKVERLAG OHG Berlin


Horst Wendt

Von 1968 bis Ende 1993 beim RIAS als Redakteur, Moderator und Reporter. Vornehmlich in der Hauptabteilung Politik und Zeitgeschehen, aber auch Aktivitäten bei Kultur, U- und E-Musik und in der Unterhaltung. Als Moderator bekannt aus den "Rundschauen" und zuletzt im "Radio Markt" .
Von 1994 bis 2000 beim DeutschlandRadio Berlin als Redakteur und Moderator im Bereich Kultur. Seit 2000 im Un"ruhe"zustand und immer noch 1 x monatlich in der Sendung "Tonart" an den Mikrofonen im RIAS-Funkhaus. Dort moderiert er eine Jazz- & Big Band Sendung, jeden 1. Samstag im Monat von 2:05 bis 4:50 Uhr.
Horst Wendt war eine tragende Säule (Redaktion & Moderator) der Magazin-Schiene des RIAS. Diese Bestand aus den drei Rundschauen am Tage.
Rundschau am Morgen 04:25 - 08:30 Uhr / RIAS I + IIRundschau am Mittag 12:00 - 14:45 Uhr / RIAS I + IIRundschau am Abend 16:40 - 19:30 Uhr / RIAS IAktuelle Stunde 21:30 - 22:30 Uhr / RIAS IEr und das gesamte Team genoss eine hohe Popularität. Und so ist es nicht erstaunlich, dass es oft zu Besuchen im Funkhaus von Rentnern aus der DDR kam, die die Qualität der Berichterstattung mit kleinen Freundschaftsgaben belohnten. Dazu zählten: Christstollen aus Dresden & DDR-typisches Naschwerk. Horst Wendt nahm sich für die Besucher immer Zeit, auch für kleine Führungen durch das Funkhaus.
Eine Westberlinerin wird ihm aber immer in Erinnerung bleiben ....
Horst Wendt erinnert sich:
"Besonders hingezogen zu uns fühlte sich Frau Milde aus Neukölln: Zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten besuchte sie uns über viele Jahre. Den Pförtnern am Haupteingang war sie gut bekannt, ein Anruf in der Sendung genügte, und schon hatte sie ihren Auftritt im Studio: Festlich fein herausgeputzt, überreichte sie dem diensthabenden Toningenieur schon mal eine grosse Pralinenschachtel oder eine Flasche Sekt, verteilte überdimensionale Schokoladen-Weihnachtsmänner oder-Osterhasen oder prächtige pfingstliche Blumensträusse. Dann setzte sie sich still und bescheiden auf einen Stuhl in der Ecke des Studios und genoss es als grosses Glück und Geschenk, bei einer Sendung "ihres" RIAS dabei sein zu dürfen, dem Moderator in seiner Werkstatt bei der Arbeit zuzuschauen. So war sie !"
(entnommen Radio-Reminiszenzen, Erinnerungen an RIAS Berlin von Manfred Rexin)


Jo Eager

Meine "Radio-Karriere" begann 1974 in Süddakota und brachte mich nach Arkansas. Ich arbeitet anschliessend bei vielen Radiostationen in den USA, bis ich schließlich 1981 zum Militär ging.
1981 kam ich mit der US Armee nach Berlin und war dann bis 1985 für den AFN tätig. Dort wurde auch "Betty Fishwish und der Bibliothekar" geboren.
Als ich die Armee und den AFN verliess, ging ich zum RIAS 2, wo ich bis 1991 blieb. Während meiner Zeit in Berlin gab es ein paar sehr denkwürdige Ereignisse. So wurde meine Tochter Rachael 1983 geboren. Und ich war in der glücklichen Lage beim historischen Fall der Berliner Mauer in Berlin zu sein. Ich habe immer noch Kontakt mit einigen Leuten aus den neuen Bundesländern, die ich während dieser Zeit traf. Zusätzlich zur Arbeit beim RIAS war ich freie Journalistin für die Zeitung USA
Today. Ich arbeitete mit Verlegern, die nach Berlin kamen, um über den Fall
der Mauer zu berichten.
 
(Jo Eager/ Oktober 2001)



Siegfried Buschschlüter

RIAS-Hörfunkdirektor 1988 bis 1993
heute Nordamerika-Korrespondent in Washington für DeutschlandRadio.
Siegfried Buschschlüter war einer der leidensschaftlichen "Kämpfer" für den Erhalt von RIAS-Berlin. Trotz seiner eigentlich nur kurzen Zeit beim RIAS merkte er schnell, welche Bindung dieser Sender mit seiner besonderen Geschichte, der ausgeprägten journalistischen Kompetenz und natürlich mit seinem Unterhaltungsprogramm bei seinen Hörern (insbesondere in der DDR) erreicht hatte.
Millionen von Hörerbriefen (meist mit der Anrede "Lieber RIAS", und allein zwei Millionen im 1. Jahr nach dem Mauerfall) zeigten der Politik, dass der RIAS mehr war als nur ein Senderkürzel. Trotzdem waren die Verantwortlichen davon nicht zu überzeugen, dass dies die beste Vorraussetzung für einen Programmauftrag zur Förderung der Zusammengehörigkeit der Menschen im vereinten Deutschland gewesen wäre.
Am 31.12.1993 sprach er die letzten Worte über die verbliebenen Wellen von RIAS Berlin. Er nannte den Beitrag "Bye Bye RIAS - Abschiedsworte an einen Freund". Hier bringt er auf den Punkt, was ihn, viele Mitarbeiter und die meisten Hörer in jener Stunde bewegt hat. Zu hören ist dieser Beitrag im Rahmen der letzten Sendestunde von RIAS Berlin >>hier<< !
Ich selbst (der Webmaster) hatte Kontakt zu Herrn Buschschlüter. Mit seine Genehmigung veröffentliche ich hier den Inhalt seiner EMail vom 01.05.2004:
"... vielen Dank fuer Ihre Zuschrift. Sie wissen sicher, dass ich seit Juli 1994 fuer das DeutschlandRadio als Nordamerika-Korrespondent mit Sitz in Washington arbeite.
An den RIAS denke ich haeufig. Das Nummernschild meines amerikanischen Privatwagens lautet: RIAS 4F (RIAS forever). Ich bin schon mehrmals darauf angesprochen worden.
Es freut mich, dass Sie die Erinnerung an den RIAS aufrechterhalten. Was ich mit dem Sender verbinde, habe ich in meinen Abschiedsworten zum Ausklang der letzten Sendestunde am 31.12.1993 gesagt. Man kann es auf Ihrer Homepage noch einmal hoeren.
Nur soviel: Radio ist vor allem ein emotionales Medium. Wer erfolgreich Radio machen will, muss seine Hoerer "ansprechen". Das laeuft mehr ueber Gefuehl als ueber Verstand. Die Stimmen muessen "stimmen".
Im RIAS-Programm "stimmte" mehr als in vielen anderen Programmen. Das erklaert nicht zuletzt die emotionale Bindung zwischen dem Sender und seinen Hoerern.
Der RIAS war vor allem ein menschlicher Sender. Er hat informiert, gebildet und unterhalten und die Menschen in ihrem Leben begleitet. Ich habe noch Hunderte von Zuschriften unserer Hoerer, die uns das in den Monaten nach dem Mauerfall bestaetigt haben.
Der mexikanische Fussballspieler, Hugo Sánchez, hat mir mal gesagt, wenn er deprimiert sei, lege er eine Videokassette mit seinen schoensten Toren auf. Da fuehle er sich gleich besser. Sie ahnen, was ich ehemaligen RIAS-Hoerern empfehlen wuerde.
Machen Sie's gut und weiterhin viel Zuspruch bei Ihrer Arbeit

Siegfried Buschschlüter "


Thomas Petruo

Mitglied der RIAS-Treffpunktmannschaft von 1981 bis 1987, dort als Moderator tätig. Sohn von Heinz Petruo und Papa von Vanessa Petruo (Popgruppe "No Angels").
Hauptberuflich ist er heute Synchronsprecher.


Thomas Präkelt

-Reporter-
Hallo RIAS-Fans, 
schön zu sehen: Dieser Sender ist nicht vergessen. Ich habe selbst 1984-1991 für den RIAS als Reporter bei RIAS 1 und 2 gearbeitet. War eine sehr schöne Zeit.
Leider sind außer diversen alten Aufklebern und den eigenen Beiträgen auf 38 cm/s Bändern und einem RIAS-Mikrophon-Reiter nicht viel geblieben. Leider keine "Schlager der Woche", "Evergreens a gogo" Mitschnitte in vernünftiger Qualität - auch nichts von "Spaß muß Sein" - "Ewalds Schlagerparade" oder Gregor Rottschalks "RIAS Schlager-Kassette" auf Band. Damals war ich stolz, Musiktitel ohne Moderation aufzunehmen - und heute - naja...
Seit `92 bin ich bei den RTL Nachrichtensendungen gelandet - das Herz schlägt aber noch weiter für den RIAS. Ich bin auch Gründungsmitglied des Fördervereins der RIAS Big Band - damit der Name wenigstens in dieser erstklassigen Band weiterleben kann. Ansonsten hat man ja im Rechtsnachfolger DeutschlandRadio, die unbestreitbar ein qualitativ gutes Programm machen, mit dem RIAS gar nichts am Hut. Alte Archiv-Bänder von " Es geschah in Berlin" - (Regie Werner Oehschläger - eine Krimisendung aus den fünfzigern) sollten ersatzlos gelöscht werden. Ich konnte mich in meinen letzten Tagen mit Christian Bienert vom "Klingenden Sonntagsrätsel" noch rechtzeitig einmischen.
Das RIAS-Zeichen auf dem Dach konnte nur mit einem Trick beim Bezirksamt Schöneberg/Wilmersdorf denkmalgeschützt erhalten werden. Ein alter Ü-Wagen (Ü23) durfte auf Anweisung von Dradio Intendanten Ernst Elitz nicht dem Museum für Verkehr und Technik übergeben werden, damit das RIAS-Zeichen nicht in der Ausstellung weiterleben sollte - ihr seht also - es gibt viel zu erzählen - viel auszutauschen -.
Auch bei der RIAS Big Band geht es ja derzeit ums überleben. Bin beim Gedanken und Erinnerungsaustausch gern dabei - besonders wenn es darum geht, das Andenken lebendig zu erhalten! Ich selbst habe im "Aktuellen Bereich" gearbeitet, also bei RIAS 1. Sportfunk am Wochenende als Reporter, Redakteur, Moderator, in der Woche dann bei den Rundschauen. Bei RIAS 2 bei "Compact", "Radioexpress" und bei den O-Ton Nachrichten "RIAS-AKtuell". Weiterhin war ich der beste Freund der Mitarbeiter der RIAS-Ü-Stelle und viel mit den Ü-Wagen in Berlin und später auch in Ost-Berlin und der DDR bei Aussenübertragungen unterwegs. Dorfmann, Graves, Rottschalk & Co waren natürlich eher die DJs mit Aussenwirkung. Elmis Radio Show war wirklich ab ca. `90/91 eine eigenständige RIAS2 Sendung, die immer Sonntagmittags lief - ich glaube sogar als Ersatz für Gregor Rottschalks Berliner Hitparade (nach Verkaufszahlen der Plattengeschäfte) - die "einzig wahre Frühstückssendung" die sonntags immer von 14-16 Uhr in der Popcorn-Sendezeit lief. In der Elmi Radio Show waren die Kipp Dotter -Abenteuer enthalten, die in der Zeit vor der eigenen Elmi-Sendung ähnlich wie " Der kleine Tierfreund" dienstags und samstags als 3 Minuten Comedy Elemente in der Radio-Boutique liefen. Die Elmi Radio Show produzierte Hörig im SWF exclusiv für RIAS2. Auf einen fröhlich-nostalgischen Gedanken-Austausch weiterhin.
(Thomas / Mai 2001)
Wann immer etwas in Sachsen & Umgebung passiert, dann könnt Ihr Thomas bei RTL-Aktuell als "Aussenreporter" erleben. Vor reissenden Bächen, bei Glatteischaos usw. ist er mir dort schon begegnet.


Uwe Hessenmüller

Uwe Hessenmüller- ein waschechter Berliner – aufgewachsen im hohen Norden, in Reinickendorf.

Dort ist er leidenschaftlich zur Schule gegangen. Weniger weil ihm die Lehrer so viel Freude bereiteten. Eher hatten es ihm die gemeinsamen Zeiten mit seinen Schulfreunden nach dem Unterricht angetan. Nach dem Abitur verabschiedete er sich vorerst aus seiner Heimatstadt Berlin und ging nach Hamburg. Hier arbeitete er für eine große Schallplattenfirma in der Promotion-Abteilung , knüpfte schnell als Radio-, Fernseh- und Pressepromoter die wichtigsten Kontakte. Das hieß u.a. ständig auf Reisen zu sein, und zu Uwes Vergnügen sehr oft mit hochkarätigen Stars und „kleineren“ Sternchen.Schnell merkte er, daß dies nicht immer nur vergnüglich ist und das dieser Job viel Kraft und Sensibilität verlangt. So war er mit Annie Lennox Tage und Wochen unterwegs, genauso wie mit Eartha Kitt, Marianne Rosenberg, den Rainbirds oder Rio Reiser.
Schon in dieser Zeit faszinierte ihn das „Radio machen“. Er hatte ständig den Blick hinter die Kulissen gerichtet, er beobachtete, hörte zu und lernte von jedem einzelnen Moderator, dem er einen seiner Schützlinge zum Interview ins Studio schleppte.
Seine Kontakte waren es, die ihm Ende der 80er ermöglichten , bei dem Berliner Radiosender einzusteigen, der damals weit über die Grenzen Berlins, die Nummer Eins war – RIAS 2. Er gehörte zu den beliebtesten Radiomoderatoren der Stadt! Aus RIAS 2 wurde im Sommer 1992 r.s.2 und die Zeit von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr war täglich Uwe’s Zeit.Schließlich landete Uwe glücklich beim Sender Freies Berlin. Dort war er erst bei RADIO B ZWEI zu hören, bevor er zum Zugpferd „Berlin 88 8“ kam.Aber auch auf der Bühne macht der sympathische Moderator eine gute Figur. Souverän und mit Freude moderiert er Events wie die „Oldienächte“ in der Berliner Waldbühne vor 25.000 Zuschauern, Kinopremieren im ZOO Palast.....Sechs Monate konnten die Berliner und Brandenburger, die vorher nur seine Stimme kannten, ihn auch sehen. Erfolgreich moderierte Uwe Hessenmüller eine Game – Show bei TV Berlin.


Uwe Schneider

Uwe Schneider, jüngster RIAS DJ !
.... und der Schnellsprecher vom Dienst....


Zum RIAS bin ich 1979, im "zarten Alter" von 14/15 Jahren, als sog. jüngster D.J. gekommen. Mein "Entdecker" war ( und ist ! ) der damalige U-Chef ( zumindest hatte er eine ähnliche Bezeichnung ) Siggi Schmidt-Joos. Ja, der Legendäre!
Er suchte wohl damals für eine Jugendsendung auf RIAS 1 einen entsprechenden Moderator, fand aber irgendwie keinen passenden. Über Zufälle, Kontakte und nicht zuletzt aufgrund eines - zugegeben vorlauten - TV Auftrittes der "The Teens" wurde Siggi Schmidt-Joos auf mich aufmerksam. Uwe Schneider, Desiree Persh & Lord Knud Er lud mich zu einer Probemoderation ein - und ich hatte den Job. Ich hatte bis dato keine Ahnung von Radio, mit Ausnahme dutzender ( hunderter ) Interviews, die ich - mehr oder weniger mit rotzig Berliner Schnauze - hinter mich gebracht hatte. Aufgrund des Erfolges der Sendung auf RIAS1, wurde die Show, die den treffenden Titel "Beat für Teens" trug, ziemlich bald auf rias2 "geschoben". Bis dahin wurde sie übrigens - da Siggi Schmidt-Joos bald selbst keine Zeit dafür hatte - von Dennis King produziert. Ich habe also - mit noch heute schleichendem Dank - mein erstes Handwerk von den "Legenden" erlernt.
Irgendwann vor meiner ersten Live-Sendung, logischerweise hatte ich "Schiss" davor, sagte Dennis sinngemäß zu mir: "Nix ist so schlimm, wie eine schlecht vorbereitete Sendung". Daran habe ich mich gehalten.
Lampenfieber war mir nicht fremd, auf der Bühne stehen und vor tausenden Leuten den "Rock'n'Roll raushängen lassen war ich gewöhnt, aber nur "drauflossülzen" ist ( war ) eben was anderes ... Ich hab' halt - im Kopf - beides gleichzeitig getan. Irgendwann wurde die Show, die übrigens zu keinem Zeitpunkt wirklich vorbereitet wurde ( aber das war der Erfolg !!! ), in die "Jugendwelle RIAS 2 auf neun-vier -drei" integriert. Und irgendwann noch später, wurde sie in "POPCORN" umbenannt, da die sog. (Nach-) Mittagsschienen einheitlich benannt wurden.
Mit der Umformatierung zu "RIAS 2" wurde der - vom SWR neu eingekauften - Crew um G.Besserer, die Sendung und auch die Art meiner Moderation "ein Dorn im Auge". Es passte alles nicht in das stringent formatierte neue Outfit. Ich werde nie vergessen, wie ich ins Büro von G.Besserer bestellt wurde, und mir meine Kündigung mitgeteilt wurde. Das muss so 1987 gewesen sein. War schon irgendwie ein Scheißgefühl, aber im nachhinein sehr bedeutungsvoll. "Herr Schneider..", so nannte mich sonst keiner , " ...ich weiß zwar das sie - neben Gregor ...", ( er meinte Rottschalk ), "... und Dennis ...",(King )," ..hier zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Welle gehören und sie eine Menge Fans da draussen haben, vielleicht sogar die meisten von allen hier, aber ihre Art zu moderieren polarisiert uns zuviel. Es gibt auch Leute die sie nicht ausstehen können und auf die können und wollen wir nicht verzichten."  So in etwa sah die Erklärung aus.

Später habe ich mir mal Untersuchungen angeschaut und festgestellt, dass er tatsächlich recht hatte. Allerdings hätte man die Werte auch zu meinen Gunsten ausgelegen können. Na ja, das persönliche Verhältnis spielt halt bei solchen Entscheidungen oft eine grössere Rolle, als die eigentlichen Fakten. Da ich mich eigentlich nie um das (Rest-)Programm gekümmert habe, hatte ich - mit Ausnahme zu Dennis und Gregor - nur mit sehr wenigen Leuten im Hause intensiveren Kontakt. Ich galt halt immer als Exot, der machen konnte was er wollte, mit 'm roten Daimler vorfuhr und ansonsten nix mit den "Botschaften" einzelner Kollegen zu tun haben wollte.
Rückwirkend betrachtet, bin ich dem Kollegen Besserer ja wirklich dankbar, denn ohne seine damalige Entscheidung wäre ich wohl nicht so schnell zu Ulli Schamoni's Hundert, 6 und zum Privatfunk gekommen. Denn hier begann meine Radio- und sonstige Medienkarriere eigentlich erst richtig. Aber davon soll hier jetzt nicht die Rede sein, den das würde ganze HP's sprengen. Auf jeden Fall habe ich das Wissen der vergangenen Jahrzehnte (!) in den letzten Jahren sehr erfolgreich als sog. Berater, oder besser Neu-deutsch "Consultant" weitergeben können. D.h.: ich begleite ( auch operativ ) Radiostationen ( bzw. Medien- unternehmen ) in programmlichen, marketing und strategischen Fragen. Desweiteren entwickeln meine Fa und ich Medienprogramme und -projektionen für unterschiedliche Unternehmen.
(UWE SCHNEIDER / Juni 2001)
Seit 01.08.2005 sendet Uwe wieder in Berlin & Brandenburg. Er ist Miterfinder, Gründer und einer der Geschäftsführer von "Radio Teddy" auf UKW 106.8 MHz. Standort des Senders ist der Filmpark Babelsberg. Das Programm wendet sich an Kinder und Jugendliche, aber auch junggebliebene Erwachsene. Es besticht durch sein auf die Zielgruppe gut abgestimmtes Musikprogramm, sowie durch den für einen Privatsender ungewöhnlich hohen Informations- und Talkanteil. Teilweise erinnert das Programm etwas an seine Ur-Wirkungsstätte, denn es gibt auf seinem Kanal wieder die Sendung "Musik nach der Schule". Jingles und Programmpromotion werden von Gregor Rottschalk gesprochen.


Walter Bachauer

Am 18. Februar 1989 starb 46jährig Walter Bachauer. Der Sohn eines Arztes und einer Lehrerin studierte zunächst in seiner Geburtsstadt Graz und später in Wien Naturwissenschaften und arbeitete als freier Journalist für die Wiener "Neue Zeit".

Jugendfreundschaften verbanden ihn mit den Schriftstellern des Grazer "Forum Stadtpark" und der "Wiener Gruppe", zu denen auch Peter Handke zählte. 1963 begann Walter Bachauer ein Studium der Musikwissenschaft und der Publizistik an der Freien Universität Berlin; 1964 wurde er freier Mitarbeiter beim RIAS, 1970 Musikredakteur im RIAS-Bildungsprogramm und sodann im Ressort "Wort und Musik".
 Er schrieb zahlreiche Musikerportraits, widmete sich aber dabei zunehmend der Moderne. 1971 präsentierte er erstmals das Avantgarde-Magazin "Montag 23 Uhr", das weit über Berlin hinaus ein starkes Echo in der Fachwelt fand. 1972 wurde er mit dem Kurt-Magnus-Preis der ARD zur Nachwuchsförderung ausgezeichnet. In der Begründung hieß es u.a.: "Seine umfangreichen Kenntnisse, ein in dem Fachgebiet Moderne Musik nicht eben selbstverständliches, mit Humor gepaartes unfanatisches Wesen, Ausdrucksvermögen und die Gabe, auch schwierige und anspruchsvolle Sujets in lehrreicher und unterhaltender Weise persönlich am Mikrofon zu präsentieren, zeichnen Herrn Bachauer in besonderer Weise aus".
Die Berliner Festspiele GmbH betraute Walter Bachauer 1971 erstmals mit der Leitung der "Berliner Musiktage". 1974, 1976 und 1978 leitete er die von ihm ins Leben gerufenen "Metamusik-Festivals", mit denen er intemationales Aufsehen erregte; die Festivals setzten wesentliche Akzente für die zeitgenössische und außereuropäische Musik und machten Berlin zu einem Kristallisationspunkt neuer musikalischer Entwicklungen und einem Ort der Begegnung von Musikern aller Kontinente. Ausgedehnte Reisen durch Asien und die USA brachten ihm die Kontakte, die den außergewöhnlichen Rang der Festivals ermöglichten. Walter Bachauer besaß zugleich einen spontanen Zugang zur Popularmusik.
Der Musikmarathon "Rock over RIAS" gründete sich auf seine Idee und seine Durchsetzungskraft. Der Autor großer Sendungen über Reger, Ligeti, Karajan und Rubinstein schrieb in der Reihe "Erinnerungen an die Gegenwart" auch geistreiche Analysen über Pop-Idole. Sein besonderes Engagement galt den Komponisten der amerikanischen "minimal music", wie Steve Reich und Phil Glass, deren Werke er in Deutschland vorstellte und durchsetzte.
RIAS berief Walter Bachauer im Frühjahr 1980 zum Hauptabteilungsleiter Musik, doch schon Ende des Jahres verließ er Berlin, um in Hollywood als Musikdramaturg bei Fancis Coppola zu arbeiten. Er war beteiligt an Coppolas Zivilisationsprotest "Koyaanisqatsi", den er musikalisch gemeinsam mit Philip Glass gestaltete, kehrte aber dann nach Berlin zurück, um in seinem Elektronik Studio am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer selbständig zu arbeiten. Die kompositorischen Möglichkeiten der Computer-Technik übten eine immer stärker werdende Faszination auf ihn aus. Er kreierte eigene elektronische Kompositionen und publizierte unter dem Pseudonym "Clara Moonshine" verschiedene Alben. Bis kurz vor seinem Tode schrieb er an einem eigenen surrealistischen Science-Fiction Film. Im RIAS verwirklichte er 1987 eine Sendereihe "Postmoderne". Die Berliner Filmfestspiele realisierten 1988 unter dem Motto "Berlin, Ort des Neuen" mit ihm eine unter großer Publikumsbeteiligung im Eisstadion präsentierte Vorstellung neuer Sounds und Klänge mit Phil Glass. In Walter Bachauer hat die Berliner Musikszene einen großen Anreger und Experimentator verloren, der die ungewöhnlichsten Eigenschaften in sich vereinte. Er war eine jener charismatischen Begabungen, von denen eine Kulturstadt lebt.
 
Quelle: "RIAS-Berlin, eine Radiostation in einer geteilten Stadt", Buch von Herbert Kundler

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